29. 12. 2014 | Bärweiler ist immer eine Wanderung wert

Bärweiler ist immer eine Wanderung wert

Bündelchestag Jausestation war einst aus der Not geboren: Teuren St. -Pauli-Ausflug wettgemacht
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2014 12 29
Michael Bier (von links hinten), Vorsitzender Jürgen Maurer und Harald Skär, sowie Isabel Blum (von links vorn), Laura Bier und Yvonne Billard sorgten für das leibliche Wohl der Gäste.

29. 12. 2014 - BÄRWEILER

Dienstboten, Knechte und Mägde schnürten einst ihr Bündel, wenn sie ihre Stellung wechselten und zu einem anderen Hof wanderten.
Der Bündelchestag hat lange Tradition, nicht nur rund um Bad Sobernheim, sondern in der gesamten Region. Schneefall hinderte die Bündelcheswanderer nicht: Schon früh war der Fahrradweg zwischen Bad Sobernheim und Merxheim voller kleinerer Cliquen und Wandergruppen, die mit Kind und Kegel und Bollerwägelchen unterwegs waren. Traktoren mit Anhänger und geschütztem Aufbau standen am Verbrauchermarkt an der Westtangente und luden Proviant auf.


"Nein, Schnee ist kein Problem", sagte der Meddersheimer Sascha Hentschel und gab die Richtung vor: Nach Bad Sobernheim auf die Carrera-Bahn, dann in die Stadt und zum Schluss nach Monzingen. Bei ihrem 17, Bündelchestag begannen die Mitglieder des Bärweiler Feuerwehrfördervereins um Vorsitzenden Jürgen Maurer am Samstag erst einmal am Feuerwehrhaus mit Schneeschippen. Kurz zuvor hatte vis-avis auf der Hauptstraße ein LkW der Straßenmeisterei einen Straßendeckel beschädigt und zwei Pylonen aufgestellt.

"Bärweiler zieht immer", sagte Maurer und sollte Recht behalten. "Übers Jahr lassen wir uns auch überall blicken und pflegen gute Nachbarschaft", plauderten Helfer aus dem Nähkästchen. Übrigens ist der Bündelchestag aus einer Not geboren: Bei einem Ausflug nach Hamburg auf St. Pauli und die  Reeperbahn schlugen die Feuerwehrmänner l997 über die Stränge, und um das Loch in der Vereinskasse ohne groß Gedöns aufzufüllen, wurde 1998 die Bewirtung am Tag nach Weihnachten erfunden, was dem "harten Kern" noch immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert. 132 Mitglieder, die Häfte der Einwohner, zählt der Förderverein.

+ Am Samstag, 31. Januar, 20Uhr, ist Hauptversammlung des Fördervereins der Feuerwehr.

Schon um 10.10 Uhr kam mit Wolfgang Lenhardt aus Lauschied der erste Gast.

Die Befürchtung, dass Schnee dem Umsatz abträglich ist, bewahrheitete sich am Samstag nicht, weil neben den Lauschieder Fußballern auch die Lauschieder Feuerwehr anrückte, zu denen man tags zuvor bei einem Ernstfall in Lauschied zur Nachbarschaftshilfe ausrückte.

Gäste aus Hundsbach, Schweinschied, Jeckenbach und zur Mittagszeit viele aus dem Ort kamen zum Essen Eines steht fest: Der Verdauungspazierqanq an der frischen Luft weckte alle Sinne, und das Bärweilerer Feuerwehrhaus war eine gute Einkehradresse. "Wir wurden schon früh friedlich eingenommen", schmunzelte der "Chef de Cuisine" und "Dörrfleischschnippler" Harald Skär, der in dieser Eigenschaft sein Zehnjähriges feierte.

Außerdem haben die Förderer mit Isabel Blum, Laura Bier und Yvonne Billard ganz starke Feuerwehrfrauen hinter den Einkochtöpfen stehen, da kann nichts mehr schief gehen.

Zu allen Zeiten war die Feuerwehr fest ins Dorfgeschehen integriert, dreimal (1993, 1994 und 1997) war die 260-Seelen-Gemeinde Sieger im Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft".
Förderverein und Feuerwehr kümmern sich um Zusammenhalt und Kameradschaft im Ort, und dies sei enorm wichtig, betonte der Aktive Michael Bier. Am 17. Januar ab 10 Uhr werden Weihnachtsbäume eingesammelt. Der Erlös kommt der Jugendwehr zugute - die Bärweiler Jugendlichen Sophie Wahl, Erik und Nils Maurer zählen zur überaus engagierten Jugendfeuerwehr Lauschied.

Bärweiler ist immer eine Wanderung wert

19. 10. 2014 | Neuer Ortschef in Bärweiler. Nach Hans Gehm lenkt nun Thomas Franzmann die Geschicke des Ortes

Neuer Ortschef in Bärweiler

GEMEINDERAT Nach Hans Gehm lenkt nun Thomas Franzmann die Geschicke des Ortes
Allgemeine Zeitung
Der scheidende Ortsbürgermeister Hans Gehm (li.) gratuliert seinem Nachfolger Thomas Franzmann.
Foto: Wolfgang Ziegler

19. 10. 2014 - BÄRWEILER

BÄRWEILER - Das langjährige Gemeinderatsmitglied Thomas Franzmann ist neuer Ortsbürgermeister von Bärweiler. Er wurde bei fünf abgegebenen Stimmen in geheimer Wahl einhellig vom Ortsgemeinderat in öffentlicher Sitzung in das Ehrenamt gewählt. Einen weiteren Wahlvorschlag gab es nicht.

Hans Gehm, der bis dahin noch geschäftsführender Ortsbürgermeister war, hatte bei der Kommunalwahl nicht mehr kandidiert, aber zu dieser Zeit gab es auch noch keinen Bewerber um das Spitzenamt in der Gemeinde. Daher wählte nun der Ortsgemeinderat aus seinen Reihen den neuen Ortschef. Gehm oblag es noch, seinen Nachfolger zu ernennen, zu vereidigen und ins Amt einzuführen.

Feld ist gut bestellt

Franzmann hatte seine Entscheidung zur Zusage reifen lassen und sich nach vielen Gesprächen dafür entschieden, wie er der AZ sagte. Er übernimmt ein gut bestelltes Feld, denn in der Ortsgemeinde Bärweiler sei dank der guten Arbeit seines Vorgängers „alles in Ordnung“ und er würde das Amt „von Herzen gerne“ übernehmen, wie er in seiner Antrittsrede deutlich machte.

Erster Ortsbeigeordneter Horst Scherer dankte im Namen des Gemeinderates Hans Gehm für seine zehnjährige Arbeit als Ortsbürgermeister. In dieser Zeit habe er viel bewegt und unter anderem die Dorferneuerung erfolgreich vorangetrieben. Mit dem Ortsgemeinderat habe er stets vertrauensvoll und harmonisch zusammengearbeitet. Da gab es keine Streitigkeiten, betonte Scherer. Immer war er bemüht, das Beste für Bärweiler zu erreichen. „Du warst aber auch der Motor, der dafür sorgte, dass es weiter voran geht“, so Scherer abschließend.

Mit seiner großen kommunalpolitischen Erfahrung, die er schon als Ratsmitglied gemacht hatte, habe Gehm seine Aufgaben als Ortsbürgermeister hervorragend wahrgenommen und ausgefüllt, sagte Verbandsbürgermeister Rolf Kehl (CDU). Dabei standen ihm der Rat und die Bürgerinnen und Bürger Bärweilers immer zur Seite, was eine lebendige Gemeinde auszeichne. Weiter hob Kehl die gute Zusammenarbeit Gehms mit der Verbandsgemeinde (VG) und sein freundliches Wesen hervor. Den silbernen Wappenteller der VG überreichte Kehl dem scheidenden Ortschef als Dank für seine lange kommunalpolitische Arbeit.

In seinen Abschiedsworten als Ortsbürgermeister dankte Gehm dem Ortsgemeinderat für das stets gute und kooperative Zusammenwirken, versicherte seinem Nachfolger seine Unterstützung und wünschte Franzmann eine erfolgreiche Arbeit zum Wohle von Bärweiler und aller seiner Bürger. „Wir haben zusammen unheimlich viel bewegt“, brachte Gehm gegenüber dem Rat abschließend zum Ausdruck.

09. 09. 2014 | 22. Bärweilerer Backesgrumbeerefest rund ums Bürgerhaus Landfrauen mit 40 Helfern im Einsatz

Schon am frühen Morgen Grumbeere gegart

22. Bärweilerer Backesgrumbeerefest rund ums Bürgerhaus Landfrauen mit 40 Helfern im Einsatz
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2014 09 09 thumb
Geschafft, aber am Ende des Bärweilerer Backesgrumbeerefestes glücklich und zufrieden: die Landfrauen um (von links) Karin Herzog, Erika Reidenbach, Helga Neig, Christel Matzke, Christine Brohmann und Isolde Hofmann. Die Frauen freuten sich, dass so viele Besucher und Stammgäste zur 22. Auflage des mittlerweile bekannten Festes in ihre Gemeinde kamen. Längst Ist dieses jährliche Fest nicht mehr nur bei den Einheimischen beliebt. Foto: Bernd Hey

BÄRWEILER - • Bärweiler. Das 22. Bärweilerer Backesgrumbeerefescht wurde am Sonntag rund ums Bürgerhaus gefeiert. Die Landfrauen erwiesen sich erneut als gute Gastgeberinnen und waren mit einem 40-köpfigen Helferteam im Einsatz.
"Wir sind sehr zufrieden, hatten jede Menge Betrieb, und unsere Stammgäste waren allesamt da", freuten sich Landfrauenvorsitzende Christine Bromann und ihre Stellvertreterin Marion Fuhr am Ende des Tages. Bärweiler war zudem Station einer Oldtimer-Rallye und die "Backesgrumbeere" Teil einer Frage, der die Chauffeure auf den Grund gehen sollten.
An einem Stand bereicherte Familie Gehres aus Breitenheim (mit Bärweilerer Wurzeln) das Fest mit ihren Honigprodukten. Außerdem hatten wie üblich Irene Hahn und Irma Maurer ihr lauschiges Plätzchen gefunden und verkauften Spritzgebackenes und Bärweilerer Kalender und ihre selbst gestrickten Strümpfe.
Übrigens: Die köstlichen Backesgrumbeere wurden im alten Backes im Ortskern gegart, wo schon ganz früh am Morgen Michael Bier, Werner Fuhr, Horst Blum und Ernst Billard das Feuer schürten und Christel Scherer, Astrid Geiß und Gabi Schmidt quasi ihren "Backesdienst" versahen.

Krumbeersupp und Quetschekuchen waren die Klassiker des Tages, daneben wurden viele Kuchen aus dem Ort gespendet. Aber auch Brat- und Rindswürstchen oder Schwartenmagen waren im Angebot des Festes zu finden. Die Tische im Bürgerhaus unter der prächtigen Ährenkrone waren liebevoll gedeckt, selbst auf der Bühne oder im Freien vor dem Feuerwehrhaus waren dank Wetterglücks die Garnituren besetzt und die Stehtische umlagert. Für das stilvolle Ambiente und die liebevolle und sehenswerte Dekoration mit Kürbissen, Sträuchern, Sommer- oder Sonnenblumen sorgten Corinna Bender, Isabell und Ingrid Blum. Viel Applaus heimste auch die Tanzgruppe um Diana Schulz für ihre fantasievolle Choreografie ein.

20. 08. 2014 | Spaß und Spannung auf neuem Bouleplatz

Spaß und Spannung auf neuem Bouleplatz

Unterhaltung Neue Attraktion in Bärweiler wird gern genutzt - Sogar aus Kempten reisten interessierte Spieler an
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2014 08 20 1 thumb
Der neue Bouleplatz in Bärweiler wurde nicht nur im Dorf gut angenommen. Auch Gäste von außerhalb schätzen die gepflegte Anlage. Fotos: Privat

BÄRWEILER

Von unserem Mitarbeiter Martin Köhler
Wäre  doch bloß das Sommerwetter besser. Dann hätten die Bärweilerer noch mehr Spaß mit ihrer neuen Boulebahn. Jüngst wurde die kleine, feine Attraktion mit einem Turnier unter reger Beteiligung eingeweiht.

"Boule ist wirklich der ideale Sport für Senioren. Das kann man noch mit einem Alter von 80 Jahren spielen", hat inzwischen sogar Ortsbeigeordneter Horst Scherer festgestellt. Der neue Platz grenzt an den Friedhof an. Jedermann darf darauf spielen. Die Kugeln, die Wutz und das Maßband sind allerdings selbst mitzubringen.

Bouleplätze liegen bekanntlich schwer im Trend. Im Gegensatz zu Bolzplätzen brauchen sie gar nicht viel Platz. Der Sport ist für Jung und Alt mit Spaß und Spannung verbunden, und die Regel ist denkbar einfach: Metallkugeln so nahe wie möglich an ein Holzkügelchen werfen.

2014 08 20 2 thumb
Maria Bartels und Horst Scherer kennen sich inzwischen mit dem Boulen bestens aus. Entspannt genießen sie die ruhige Sportart.

Die Idee, auch in Bärweiler einen Bouleplatz zu schaffen, war eine der zahlreichen Vorschläge aus der Dorfmoderation, erinnert sich Horst Scherer. Der Turnverein 1921 Bärweiler nahm das Projekt in Angriff. In zahllosen Arbeitsstunden wurde die gemeindeeigene Wiese zur heutigen, vorzeigbaren Sportanlage umgewandelt.

Ein Bauunternehmer stellte seine schweren Geräte zur Verfügung und berechnete anschließend nur die Materialkosten. Die Bärweilerer Helfer mussten nur besonders vorsichtig agieren, weil die kleine Allee, zwischen der die Boulbahn gebaut wurde, natürlich nicht beschädigt werden durfte. So ist das eben im kleinen Bärweiler, wo ein Ruf genügt, wo man noch ehrlich und ohne irgendwelche Hintergedanken miteinander umgeht.
Zum Eröffnungsturnier kamen sogar zwei Boulespieler aus Kempten, die davon im Internet erfahren hatten. Denen gefiel es so gut, dass sie die Naheländer gleich zum Gegenbesuch einluden. Das Turnier gewannen aber dennoch die beiden einheimischen "Oldies" Horst Scherer und Maria Bartels.

Zwei Markenzeichen hat die neue Anlage: Den parkähnlichen sehr geschmackvollen Charakter sowie die 2,50 Meter hohe Punktezählstange. Den Platz in Schuss hält wiederum der Turnverein. Überhaupt muss man das Vereinsleben in dieser rund 260 Einwohner kleinen Gemeinde hervorheben. Es gibt hier noch einen Landfrauenverein, den Singkreis und auch eine Theatergruppe. Sogar für eine eigene freiwillige Feuerwehr reicht es in Bärweiler noch. Jeder leistet in seinem Bereich Gutes, und wenn der Gemeinderat ruft, ziehen alle wieder an einem Strang — so gut, dass es sich bis nach Mainz in die Ministerien herumgesprochen hat.

 

15. 07. 2014 | Horst Scherer und Harald Skär gewählt. Gemeinderat sucht Nachfolger.

Horst Scherer und Harald Skär gewählt

Gemeinderat Bärweilerer suchen einen Nachfolger für den scheidenden Ortsbürgermeister Hans Gehm
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2014 07 15
BDer neue Gemeinderat in Bärweiler, allerdings noch ohne neuen Ortsbürgermeister. Mit Horst Scherer (vorne, links) und Harald Skär (vorne, rechts) wurden schon mal die Beigeordneten gewählt. Foto: Martin Köhler

Rund 40 Sekunden - länger dauerte Punkt drei der konstituierenden Gemeinderatssitzung am Freitagabend nicht: die Wahl des Ortsbürgermeisters. Noch ist kein  Nachfolger für den nach zehn Jahren ausscheidenden Hans Gehm gefunden. Erster Beigeordneter Horst Scherer erklärte es den anwesenden zehn Bürgern, darunter VG-Bürgermeister Rolf Kehl und dessen Büroleiter Rainer Link, so:

"Der Rat ist in der Findungsphase. Wir suchen noch."

Erschwert wird die Suche nach dem neuen Ortsbürgermeister durch die Erkrankung des bisherigen Ortsbürgermeister Hans Gehm, der in Kirn im Krankenhaus weilt und dem der Rat herzliche Genesungswünsche sendete.

Gehm muss bis zur nächsten Ratssitzung am 12. September, 19.30 Uhr, kommissarisch im Amt bleiben. Noch hat sich kein Bärweilerer mit einer Gehm-Nachfolge anfreunden können, doch zwei Stellvertreter gibt es schon: Horst Scherer wurde zum Ersten Beigeordneten gewählt und wäre mit Ende der neuen Wahlzeit 40 Jahre im Amt. Neuling ist Harald Skär, Pressesprecher der Kreisverwaltung, den der Rat zum Zweiten Beigeordneten wählte und der Rainer Matzke ablöst. Beide Wahlvorgänge waren mit sechs Ja einstimmig.

Anschließend wurden verdiente Ratsmitglieder geehrt. Wehrführer Rainer Matzke und Hans-Karl Hofmann schieden nach 20 Ratsjahren aus und erhielten eine Dankurkunde und dazu viel Applaus.

Vom Gemeinde- und Städtebund wurde Horst Scherer geehrt. VG-Bürgermeister Rolf Kehl dankte Scherer und hofft, dass die Interimszeit ohne geschäftsführendem Ortsbürgermeister nicht allzu lange dauern werde.

 

03. 06. 2014 | Bärweilers Vereine kratzen Geld für Spülanlage zusammen

Bärweilers Vereine kratzen Geld für Spülanlage zusammen

 
Allgemeine Zeitung

 

BÄRWEILER - Besonders stolz ist der scheidende Bürgermeister Hans Gehm auf eine außergewöhnliche Leistung der Gemeinde. Die Spülanlage im Gemeindehaus hatte zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt ihren Geist unwiderruflich aufgegeben. Der kurzfristig nötig gewordene Kauf einer neuen Spülanlage wurde nun zu einem kleinen Paradestück der Gemeinde.


2900 Euro – eine Spende, die im letzten Tagesordnungspunkt des öffentlichen Sitzungsteils des Rates noch genehmigt wurde – hatten kurzerhand die Bärweiler Vereine zusammengekratzt. Den nötigen Rest von 1200 Euro hat man sich von den Jagdgenossen geliehen. Sie wurden aus den Pachtgeldern vorfinanziert und die Rückzahlung mit einem Getränkevertrag über drei Jahre vereinbart. An eine kurzfristige Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden, so Gehm, sei bei der Spülanlage wohl nicht zu denken gewesen. Doch habe es geeilt. Einige Beerdigungen hätten angestanden und bei mehrfach nötiger Ausleihe eines Spülmobils komme schon mal schnell die Summe zusammen, die man gebraucht hätte, um eine Anlage („Auf die Geschichte mit der Spülanlage bin ich besonders stolz.“) anzuschaffen. Zuversicht hat Bärweiler aber auch im Großen. Die beiden zusammen mit dem Betreiber, der Osnabrücker ENP Wind GmbH, geplanten Windenergieanlagen sind laut Gehm zu „98 Prozent“ in trockenen Tüchern. So könne man, rechnet der Bürgermeister, nun endlich auch mit der Tilgung der Kassenkredite aus den Einnahmen der Pachtverträge beginnen.

In sieben bis acht Jahren könnte die Gemeinde mit den Einnahmen aus den Windenergieanlagen schuldenfrei dastehen, rechnet Gehm. Dabei wird im Konzept der Gemeinde vor allem auf einen weit über den Vorgaben liegenden Abstand von der Wohnbebauung Wert gelegt. Mit einmal 1500 und einem weiteren Abstand von 1250 Metern sei zugleich dafür gesorgt, dass keine weiteren Anlagen auf der Fläche Platz finden, rechnet Gehm.

Ausgleichsflächen nötig

Auch für die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen hat Bärweiler ein gut gefächertes Programm entwickelt. 108 800 Euro wird das Dorf dafür investieren müssen. Vor allem in Richtung Schwarzenberg sind einige verödete Fläche zu veredeln. Eine 400 Meter lange Trockenmauer gilt es zu pflegen und zu erhalten und der alten Sandsteinbrücke könne auf diese Weise ebenfalls etwas zugute kommen. Die Gewölbe sollen aus dem Ausgleichstopf restauriert werden, für die Fahrbahn muss die Gemeinde sorgen, erklärt Gehm.

Auch die möglichen Erweiterungen der Vorrangflächen könnten Bärweiler betreffen. Lauschied habe ähnliche Kriterien wie Bärweiler, weiß Gehm. Mit den Ausweisungen als reine Wohnflächen dort könne Desloch mit seinen Windenergieanlagen nicht mehr so nahe ans Dorf heranrücken.

Sorgen macht den Bärweilerern dagegen der am Schwarzenberg auf eigener und zudem auf Kirschrother Gemarkung liegende Bereich für Windenergieanlagen. Der komme nah ans Dorf und liege zudem in Windrichtung. Auch wenn Bärweiler im Eignungsgebiet am Schwarzenberg selbst Gemeindegrund habe, sieht Gehm die Gemeinde erst einmal außen vor. Von Windkraft umstellt sein wolle aber keiner in Bärweiler.
Von Wilhelm Meyer

30. 05. 2014 | Bärweilers Rat hinterlässt keine Altlasten

Bärweilers Rat hinterlässt keine Altlasten

 
Allgemeine Zeitung

 

BÄRWEILER - (wmy).

Der Gemeinderat will den Neuen möglichst wenig Altlasten hinterlassen. Die Geschwindigkeitsmessanlage wurde schnell noch repariert, die Sicherheitsprüfung für den Spielplatz in Auftrag gegeben. Einige Ratsmitglieder haben noch Schippe und Hacke in die Hand genommen und am Dorfplatz das letzte Hindernis, drei Stufen, zu einem barrierefreien Zugang zum Gemeindehaus aus dem Weg geschafft.

Alte Lampen umrüsten

Die Feuerlöscher sind geprüft, der Termin für die Eröffnung des Bouleplatzes auf den 28. Juni festgelegt und auch die Frage der Dorfbeleuchtung scheint beantwortet. Die mittlerweile gut 40 Jahre alte Anlage soll umgerüstet werden. 5000 Euro sind in den Haushalt eingestellt. Eine Straße, so schätzt der bis zur Wahl des neuen Bürgermeisters amtierende Hans Gehm, wird man damit auf LED umstellen können. Noch sind Leuchtmittel für die alten Lampen zu bekommen. In vier Jahren, so hofft Gehm, dürfte die Umrüstung durch sein. Zugleich werde damit eine Energieersparnis von 80 Prozent erreicht.

16. 05. 2014 | FRÜHLINGSMARKT Besucher aus dem Meisenheimer Altenzentrum zu Gast in Bärweiler

Modenschau lockt Senioren an

FRÜHLINGSMARKT Besucher aus dem Meisenheimer Altenzentrum zu Gast in Bärweiler
Allgemeine Zeitung
2014 05 16

Myriam Welker (li.) vom sozialen Dienst des Meisenheimer Dr. Carl-Kircher-Altenzentrums und Reinhild Borchert als ehrenamtliche Helferin bereiten die Modenschau im Bürgerhaus vor.
Foto: Wolfgang Ziegler

16. 05. 2014 - BÄRWEILER

BÄRWEILER - Ein großer Erfolg war wieder einmal der Frühlingsmarkt, den die Arbeitsgruppe Grundversorgung im und um das Bürgerhaus veranstaltet hat. Viele Marktbeschicker und Besucher waren vor Ort, worüber sich Ortsbürgermeister Hans Gehm äußerst zufrieden zeigte.
Besonders freute sich der Ortschef auch über die Modenschau, die das Dr. Carl-Kircher-Altenhilfezentrum aus Meisenheim den Besuchern im Bürgerhaus bot. Myriam Welker vom sozialen Dienst dieser Einrichtung war sehr gerne mit etlichen Bewohnern und Helfern nach Bärweiler gekommen, das man schon vom vergangenen Herbstmarkt her kannte.

Nun hatte das Altenzentrum mit einer Überraschungsmodenschau eine besonders schöne Idee, die besonders die Senioren unter den Marktbesuchern ansprach. Vorgestellt wurden Moden für Damen und Herren, die es später gegebenenfalls auch zu erwerben gab. Auf dem Catwalk präsentierten so Seniorenmodels wie die Profis die verschiedensten modischen Bekleidungen und stießen dabei auf großen Zuspruch bei den zahlreichen Zuschauern. Darunter waren auch viele ältere Bewohner von Bärweiler, die es sich im Bürgerhaus bei Kaffee und Kuchen gemütlich gemacht hatten. Welker moderierte die Modenschau sehr professionell und gab detaillierte Informationen zu den einzelnen Modellen, was beim Publikum sehr gut ankam.
TERMIN
Als Termin für den Herbstmarkt in Bärweiler ist der 27. September geplant.

Treffpunkt für Bevölkerung

Besonders der Frühlings- und der Herbstmarkt würden in der Abfolge der Märkte in Bärweiler besonders gut angenommen und besucht, erläuterte Bürgermeister Gehm. Immer seien diese Veranstaltungen aber auch ein Treffpunkt für die Dorfbevölkerung. Und diesmal beim Frühlingsmarkt seien durch das Auftreten des Dr. Carl-Kircher-Altenhilfezentrums besonders die Senioren angesprochen. Sie werden dabei unter anderem auch mit der Thematik Altenheim vertraut gemacht und haben dazu positive und informative Begegnungen. Diesen Gesamtkomplex wolle man auch in Zukunft im Auge behalten und vor allem den älteren Menschen näherbringen. Auf jeden Fall ist dies schon ein guter Versuch, meinte Gehm zuversichtlich. Dem Frühlingsmarkt in Bärweiler hatte auch Michael Greiner, Stadtbürgermeister von Bad Sobernheim, einen informativen Besuch abgestattet.

24. 04. 2014 | Bärweilerer Theaterteam glänzt erneut mit einem Dreiakter: Heißen Nächten folgt das Grauen im Büro

Bärweilerer Theaterteam glänzt erneut mit einem Dreiakter:
Heißen Nächten folgt das Grauen im Büro

mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2014 04 24 1
Da muss man doch in Ohnmacht fallen bei solch einem gestriegelten Charmeur und Butler wie Hans Gehm: Die Akteure der Bärweilerer Theatergruppe überzeugten und gaben alles bei der Komödie „Argentinische Nächte“ im Bürgerhaus. Das begeisterte Publikum sparte nicht mit Beifall.
Foto: Bernd Hey

24.04. 2014 - BÄRWEILER

Seit 1992 läuft Bärweilers Laienspielteam alle zwei Jahre im Bürgerhaus bei langen Theaterabenden zu Höchstform auf. „Argentinische Nächte" heißt der aktuelle Dreiakter.

In einem Zwiegespräch stimmten Lena Bier und Nathalie Fuhr das Publikum ein. Kirns städtischer Werkleiter Jochen Stumm, mit Sohn Marvin und Frau erstmals in Bärweiler, war schon nach dem ersten Akt begeistert: „Alles super." Und Klaus Konrad aus Limbach in Reihe eins freute sich: „Bärweiler und Jeckenbach haben immer ein goldenes Händchen bei ihren Stücken."

Den Premierenabend ließ sich auch die benachbarte Kirschrother Theatergruppe mit 13 Besuchern nicht entgehen: „2015 spielen wir wieder", warben sie alle schon mal tüchtig in eigener Sache.

2014 04 24 2
Begeisterte Zuschauer spendeten im Bürgerhaus Bärweilers der Theaterfamilie gerne reichlich Beifall.
Foto: Bernd Hey

Die „Argentinischen Nächte"sind rasch erzählt: Nach dem Tod ihrer Mutter hat sich Manuela da Silva (Laura Bier) samt Deutschlehrerin (Ilona Heib) bei ihrem Vater Daniel Fink (Thomas Franzmann) angesagt. Das Ergebnis eines längst verflossenen Techtelmechtels holt den Sachbearbeiter bei „Grafs Schrauben und Muttern" wieder ein, gab er sich doch einst als wohlhabender Chef aus.

Die Ereignisse im Büro überstürzen sich, doch Sekretärin Angelika Hofmann – in einer Paraderolle: Silke Hartmann – bewahrt kühlen Kopf; schließlich gibt es für Grafs Schrauben immer eine Verbindung. Gelegen kommt, dass Chef Rupert Graf (Michael Bier) in Bermudashorts und Südseehemd mit Gattin Gerti (Liane Goldschmidt) zum Italien-Kurzurlaub aufbricht.

So müssen Sohn Konrad Graf (Alexander Hartmann), Putzfrau Mitzi (Carola Bier), Chauffeur und Butler Franz (Hans Gehm) sowie Köchin Fini (Chiara Theobald) die Stellung halten. Zur Freude des begeisterten Publikums werden im ersten Akt von Schnellmerkerin Silke Hartmann die neuen Rollen verteilt. Carola Bier erhält schon beim Erscheinen viel Beifall. In viel zu kleinen Stöckelschuhen wird sie, an der Seite von Thomas Franzmann, auf „Frau des Chefs" getrimmt. In einer Doppelrolle glänzt Alexander Hartmann bei seiner Premiere. Mit einer Langhaarperücke und prallvoller Robe mimt er als Augenweide mit greller Kopfstimme die deutsche Schwester der Argentinierin. Als Bernadette geht der Casanova sogleich auf Tuchfühlung. Super!

2014 04 24 3
Theaterabende in Bärweiler: klasse das Stück, klasse die Leistung und eine mühe- und liebevoll erstellte Kulisse.
Foto: Bernd Hey
Ein souveränes Debüt liefert auch Chiara Theobald als Köchin ab: Spontan, unbekümmert und lampenfieberlos gibt sie nicht etwa die Schickimicki-Köchin, sondern die Verfechterin von Bärweilerer „Flaaschkäs". Vom ersten Blickkontakt an hat sich die elegante Ilona Heib an den mit Fliege und Mittelscheitel gestriegelten Hans Gehm verguckt, ist hin und weg von seinen blauen Augen. Strahlend klingelt sie häufig das Glöckchen und verlangt nach ihm.

In derlei verzwickte Verhältnisse platzt Chef Michael Bier mit Gattin und „Früchtchen" Liane hinein. Die Ereignisse überschlagen sich, die Zuschauer spenden nach bravouröser Aufführung mehrfach Zwischenbeifall. Alle Akteure überzeugen, sind textsicher und geben ihre Rollen perfekt!

Souffleuse ist Elke Gehm, die Maske gestaltet Miriam Brühl, die Technik beherrscht Thomas Hartmann. Marion Fuhr koordiniert die gesamten Abläufe. Kulissenschieber ist Johannes Grimm.

Bernd Hey 

Weitere Aufführungen sind am Freitag und Samstag, 25. und 26. April, um 20 Uhr im Bürgerhaus.

23. 04. 2014 | Theatergruppe Bärweiler sorgt mit „Argentinischen Nächten“ für einen unterhaltsamen Abend

Theatergruppe Bärweiler sorgt mit „Argentinischen Nächten“ für einen unterhaltsamen Abend

 
Allgemeine Zeitung
2014 04 23 thumb
In der Schlüsselszene erfährt Sachbearbeiter David Fink alias Thomas Franzmann von seiner Sekretärin Silke Hartmann, dass ihn seine Tochter aus Argentinien besuchen wird. Foto: Mareike Keiper

23. 04. 2014 - BÄRWEILER
Mit der Premiere ihres neuesten Stücks entführte die örtliche Theatergruppe die Zuschauer am Osterwochenende in „Argentinische Nächte“ und sorgte so für einen unterhaltsamen Abend.

Die Geschichte der ein wenig verwirrenden Komödie dreht sich um den Angestellten einer Schraubenfabrik, der sich bei einem Betriebsausflug nach Argentinien als sein eigener Chef ausgibt, um einer Frau zu imponieren. Das funktioniert auch, sorgt allerdings nicht nur für eine angenehme Liaison, sondern auch für Nachwuchs, den der Angestellte, Herr Fink, finanziell unterstützt und über seine wahren familiären Verhältnisse täuscht. Etliche Jahre später verstirbt die Mutter des Sprösslings und das Mädchen macht sich auf die Suche nach seinem Vater. Nun liegt es an Herrn Fink, sein vorgegaukeltes Leben zu inszenieren und zu vertuschen, dass er in Wirklichkeit nicht der Chef ist.

Mit liebevollen Kulissen und auf Bärweiler Dialekt zeigten die Schauspieler, was in ihnen steckt. In wechselnden Szenen wurde die Geschichte aufgeteilt und nacheinander erzählt, sodass das Publikum kein Problem hatte, mitzukommen, trotz der Irrungen und Wirrungen, die sich im Laufe des Stücks ergaben. Spätestens beim Finale war allerdings klar, dass nicht alles so war, wie es schien. Vor dem eigentlichen Theaterstück brachte die Gruppe noch einen Sketch auf die Bühne, der auf das Programm einstimmen sollte, aber auch die Zuschauer auf Essens- und Getränkestand sowie auf das Handyverbot aufmerksam machte. Insgesamt war das Bürgerhaus fast vollkommen besetzt, dem Kartenverkauf nach erwartete das Ensemble 140 Gäste. Auch nächste Woche wird das Schauspiel noch zwei Mal aufgeführt, allerdings weiß Marion Fuhr jetzt schon, dass der Samstag mit etwa 200 Leuten komplett ausverkauft ist. Für die Freitagsaufführung sind allerdings noch Karten zu haben.
Dass die „Argentinischen Nächte“ aufgeführt werden, liege daran, dass dieses Stück der gesamten Gruppe ausnahmslos besonders gut gefallen habe, erzählt die Frau hinter der Gruppe, Marion Fuhr. Der Prozess der Stückauswahl werde vor allem an den Faktoren festgemacht, wie viele Leute mitspielen, wie viele Frauen und Männer benötigt werden – und was eben am Ende am besten passt. 22 Jahre tritt die Theatergruppe nun schon mit Bauernschwänken und Komödien auf, anfangs war das sogar jährlich. „Nach drei Jahren haben wir gemerkt, dass es uns zu viel wird, wenn wir jährlich auftreten, denn Theater hängt mit viel Arbeit zusammen. Seitdem haben wir unsere Auftritte einvernehmlich auf alle zwei Jahre reduziert“, berichtet Fuhr.

Innerhalb der Jahre habe sich eine richtige Stammmannschaft, alle aus dem Ort, gefunden, die jedes Mal dabei ist. Doch beim diesjährigen Auftritt trat auch Nachwuchs mit auf: Chiara Theobald und Alexander Hartmann schlossen sich der Theatergruppe an. Insgesamt gehören aber zwölf Leute fest zum Team. In diesem Jahr gab sich auch Bürgermeister Hans Gehm die Ehre und gehörte mit zum Ensemble.

Auch für die Versorgung war bestens gesorgt. „Finis Feinste“ wurden verkauft, eine Anspielung auf eine Stelle im Theaterstück. Es gab Baguettes mit verschiedenem Belag und etliche Getränke fürs Publikum.

 

08. 04. 2014 | Theatergruppe - Die Folgen einer „heißen Nacht“

Die Folgen einer „heißen Nacht“

 
Allgemeine Zeitung
2014 04 08
Die  Mitwirkenden (von links): Liane Goldschmidt, Thomas Franzmann, Marion Fuhr,  Alexander Hartmann, Ilona Heib, Elke Gehm, Carola Bier, Chiara Theobald, Silke  Hartmann, Michael Bier, Laura Bier und Hans Gehm.

08.04.2014 - BÄRWEILER

 - (wmy). Es ist wieder soweit: Die Theatergruppe Bärweiler lädt zu ihrer nächsten Aufführung ins Bürgerhaus ein. Angesagt sind „Argentinische Nächte“.
Nur soviel sei verraten: Herr Fink, Angestellter bei der Firma „Graf – Schrauben und Muttern“, hat sich vor etlichen Jahren bei einem Aufenthalt in Argentinien als sein Chef ausgegeben, um seiner Bewerbung bei einer feurigen Schönen ein gewisses Unterfutter zu verleihen. Er wurde erhört und eine Tochter entstammte der Begegnung. Fink sorgte heimlich die Jahre über finanziell für seine Tochter. Zu Hause war nichts von seiner Liaison bekannt geworden.
Als nun sich nach dem unverhofften Tod der Mutter die Tochter auf die Suche nach ihrem Vater begibt, sorgt das verständlicherweise bei „Graf – Schrauben und Muttern“ für einige Verwirrung.

Die Aufführungstermine: 19., 25. und 26. April, jeweils um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Für Getränke und kleine Köstlichkeiten ist gesorgt.

 

 

 


 

01. 04. 2014 | Suche nach Nachfolger für scheidenden Ortschef Hans Gehm gestaltet sich schwierig

Suche nach Nachfolger für scheidenden  Ortschef Hans Gehm gestaltet sich schwierig

 
Allgemeine Zeitung

01. 04. 2014 - BÄRWEILER
Von Wilhelm Meyer

Ein Nachfolger für Bürgermeister Hans Gehm ist nach wie vor nicht in Sicht. Auch nachdem die Frage der Kommunalwahlen in den letzten beiden Ratssitzungen ausgiebig diskutiert wurde, stehe überhaupt noch nichts fest, zog Gehm einen ersten Strich unter den Diskussionsstand. Doch auch die Bereitschaft, im Rat mitzuarbeiten, hält sich noch in Grenzen. Einzig der Erste Beigeordnete Horst Scherer hat sich bereit erklärt, in den Rat zu gehen, wenn er denn gewählt würde.

Auch aus der Ratsarbeit will sich Gehm nämlich zurückziehen, nicht der Mann im Hintergrund sein. Wer das Amt übernehme, solle das auf seine Weise machen. Auf seine Unterstützung wird der nächste Bürgermeister aber dennoch setzen können. Wichtig sei jetzt, dass die Bürger wüssten, wer von denen, die sie bei der Wahl vorschlagen, denn wirklich das Amt, ob Bürgermeister oder Ratsmitglied, annehmen würde.

Der Bürgermeister wird, wenn sich kein Bewerber zur Wahl stellt, aus der Mitte des neuen Gemeinderats gewählt. Erst wenn sich auch da niemand findet, wird die Gemeinde von der Verbandsgemeinde aus verwaltet. Doch Gehm ist zuversichtlich, dass von den gewählten Ratsmitgliedern schließlich einer antreten werde. Auch bei seiner eigenen ersten Wahl habe das nicht anders ausgesehen, erinnert sich Gehm.

MEHRHEITSWAHL
Liegt kein Wahlvorschlag vor, können die Wähler frei entscheiden, welcher wählbaren Person sie ihre Stimme geben möchten.

Die Wähler dürfen dabei so viele Namen auf den Stimmzettel schreiben wie Ratsmitglieder zu wählen sind.

Die Ratssitze werden von den Personen besetzt, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten.

Viele Arbeitseinsätze
Den Alltag der Gemeinde haben die Bärweiler Ratsmitglieder deshalb noch nicht aus den Augen verloren. Arbeitseinsätze spielen dabei im Rat Bärweiler eine wichtige Rolle. Die sind für 2014 schon grob besprochen und terminiert. Den Zugang zum Bürgerraum am Dorfplatz will man auch von der Vorderseite her behindertengerecht umgestalten. In Eigenleistung will das Dorf in August und September die Wartung der Straßenbeleuchtung übernehmen. Dabei werde man bei notwendigem Austausch von Lampenköpfen, wenn möglich, einen Austausch zu LED-Beleuchtung vornehmen. Für Heckenschnitt und Reinigung an Bächen und Wegen sollen ebenfalls mehrere Termine festgelegt werden.

Auch gibt es darüber hinaus etwas zu feiern. So will die Gemeinde am 28. Juni den neuen Bouleplatz offiziell einweihen. Dazu sollen noch Bänke und ein Schild mit den Regeln aufgestellt werden. Ansonsten sei der Platz auch vorher schon bespielbar, versichert Gehm. Auch die Übergabe des Spielplatzes, der mit Unterstützung des RWE-Programms "Mitarbeiter vor Ort" neu hergerichtet werden konnte, soll in kleinem feierlichen Rahmen geschehen.

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand die Planung der Märkte im Rahmen des Projekts "Grundversorgung Bärweiler 2014". Frühlings- und Herbstmarkt sind auf den 10. Mai und den 27. September terminiert. Zugesagt haben 13 der 17 möglichen Anbieter. Bei den einfachen Markttagen hat sich die Gemeinde zurückgezogen. Doch drei bis vier Händler, so Gehm, werden erst einmal auch weiterhin im Sommer am je ersten Samstag des Monats in Eigenregie vor der Gemeindehalle präsent sein.

21. 02. 2014 | KINDER-KOCHKURS Nachwuchs lernt von Landfrauen die vielfältige Zubereitung von Äpfeln

Bunte Salate und Gratin

KINDER-KOCHKURS Nachwuchs lernt von Landfrauen die vielfältige Zubereitung von Äpfeln
Allgemeine Zeitung
2014 02 21
Janina, Lisa-Nuriel und Sophie (v. li.) rühren Hefeteig für die Apfelschnecken an. Aufmerksam mit dabei Landfrau und Organisatorin Corinna Bender.
Foto: Wolfgang Ziegler 

21. 02. 2014 - BÄRWEILER
Von Wolfgang Ziegler

Zum nunmehr fünften Mal hatte der jährlich stattfindende Kinder-Kochkurs kleine Köchinnen und Köche in das Haus am Dorfplatz gezogen. Hier durften sich die interessierten Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren unter Anleitung der Landfrauen und von Karin Barth aus Bärenbach, Kursleiterin der Landfrauen, diesmal zum Thema „Lust auf Apfel“ in der Zubereitung allerlei gesunder Gerichte versuchen. Doch zuvor unterrichtete Barth die Kinder über die gesunden Eigenschaften des Apfels, der später als Grundlage für Gerichte wie Apfelschnecken, Apfelgratin, Apfeltiramisu oder auch von bunten Salaten dienen würde. Dabei betonte Barth, dass Äpfel schon gesund sind, weil sie wertvolle Vitamine, aber wenig Kalorien enthalten. Doch Apfelsaft sollte man aufgrund seines hohen Fruchtzuckeranteils eher mäßig genießen. Sei man aber müde und abgespannt, wirke er besser als süße Cola mit ihrem Coffeinanteil. Tipps für Zuhause Aufgeteilt in Gruppen gab es dann Rezepte für die Kinder, für die sie sich die Zutaten bei Barth abholten und mit umgebundener Kochschürze und extra nochmals gewaschenen Händen begeistert an die Zubereitung ihrer Gerichte gingen. Das macht den Kids ja besonders Spaß, sagte Landfrau Corinna Bender der AZ. Bender war auch auf die Idee mit dem Kinderkochen gekommen, nachdem sie dieses Angebot im Programm des Landfrauenverbandes gesehen hatte und das Kinderkochen seitdem organisiert. Besonders freut Bender, dass die Kinder davon auch stets kulinarische Anregungen mit nach Hause nehmen und während des Kochens von den verschiedenen Speisen auch kosten, was daheim nicht so oft der Fall sei. Dass das Kochen den Kindern auch wirklich Spaß macht und dazu noch bildet, erfuhr man auch direkt von den kleinen Köchinnen und Köchen. So sagte Jasmin, dass sie daheim beim Kochen gerne hilft, wofür ihr der Kochkurs für Kinder Anregungen gibt. Erik ist ebenfalls mit Freude bei der Sache. Besonders aber das anschließende Essen der zubereiteten Speisen macht ihm Spaß. Janina freut sich allgemein über das gemeinsame Kochen mit anderen Kindern, dem sie hier ausgiebig frönen kann. Zum jährlichen Kochen kommen immer etwa 15 Mädchen und Buben ins Haus am Dorfplatz. Inzwischen auch bis aus Lauschied und Meddersheim.

 

21. 02. 2014 | TV Bärweiler freut sich auf Bouleplatz

TV Bärweiler freut sich auf Bouleplatz

 
Allgemeine Zeitung

 21.02.2014 - BÄRWEILER

BÄRWEILER - (ff). Kurz und bündig ging die Jahreshauptversammlung des Turnvereins Bärweiler über die Bühne. Der Vorstand zeigte sich über den geringen Zuspruch und das mangelnde Interesse zwar ein wenig irritiert, lieferte aber dennoch souverän und routiniert seinen Jahresbericht ab.

So gab es auch bei den Wahlen keine Überraschungen: Den Vorstand leitet auch weiterhin Erich Köhler mit seinen Stellvertreterinnen Irene Hahn und Edeltrud Blasius. Die Finanzen verwaltet Kassiererin Alwine Kistner auch im kommenden Geschäftsjahr, das Ema Herzog als Schriftführerin protokollieren wird.

Die rund 80 Mitglieder des Turnvereins sind jeden Mittwoch ab 19.30 Uhr zur Gymnastik in das Gemeindehaus eingeladen. Highlight im Jahr 2014 wird die Einweihung des neuen Bouleplatzes sein, „womit wir aber noch warten wollen, bis das Wetter besser und wärmer wird”, erklärte Köhler abschließend.

14. 02. 2014 | Förderer in Bärweiler können dank Einnahmen wieder die Feuerwehr unterstützen

Förderer in Bärweiler können dank Einnahmen wieder die Feuerwehr unterstützen

 
Allgemeine Zeitung
2014 02 14
Die bestätigten Vorstandsmitglieder und Kassenprüferinnen vor dem beschafften Schlauchregal (von links): Yvonne Billard, Isabel Blum, Michael Bier, Bernd Wahl und Jürgen Maurer.
Foto: Frederick Fisher

14. 02. 2014 - BÄRWEILER
Von Frederick Fisher

BÄRWEILER - Die Freunde und Förderer der Feuerwehr sind eine rührige Truppe. 136 Mitglieder zählt der Verein derzeit, der seine ganze Kraft in den Zusammenhalt und die Unterstützung der örtlichen Wehr steckt. So auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013, das als wegweisend für den Fortbestand der Bündelchestag-Aktion am Feuerwehrhaus bezeichnet werden kann.

„Nachdem im Jahr 2012 das Wetter so schlecht war und kaum Wanderer am Bündelchestag zu uns ins Feuerwehrhaus einkehrten, stand die ganze Unternehmung auf der Kippe“, erklärten der Vorsitzende Jürgen Maurer sowie Kassenwart Bernd Wahl den Mitgliedern in der Jahreshauptversammlung. Damals sagte man sich, man wolle 2013 abwarten und danach entscheiden, wie es weitergeht. Die Entscheidung fiel dem Vorstand nach einem vollen Feuerwehrhaus und ordentlichem Umsatz im vergangenen Jahr nicht schwer, so dass Wanderer auch in diesem Jahr gerne zum Mittagsmahl in Bärweiler einkehren können.

• WAHLEN
Erster Vorsitzender: Jürgen Maurer
Kassenwart: Bernd Wahl
Beisitzer: Michael Bier
Kassenprüfer: Isabel Blum und Yvonne Billard
Kassierer: Grimhilde Franzmann und Erna Skär

Ein solider Kassenbestand ermöglichte es dann auch, die Arbeit der aktiven Wehr finanziell zu unterstützen. Rund 500 Euro investierte man in Modernisierung und Instandhaltung des Feuerwehrgerätehauses. Mit rund 400 Euro wurden weiterhin Ausrüstungsgegenstände und Arbeitsmaterialien wie das Schlauchregal oder höherwertige Feuerwehrstiefel angeschafft und bezuschusst.

Die rund 15 aktiven Männer und Frauen der Feuerwehr Bärweiler mussten indes im vergangenen Jahr glücklicherweise keinen Einsatz fahren. „Ein Blitzschlag im Sommer vergangenen Jahres im Oberdorf ging zum Glück glimpflich ab“, schilderte Wehrführer Rainer Matzke und bedankte sich für die Unterstützung durch den Förderverein, aber auch die geleistete Arbeit seiner Kameradinnen und Kameraden. Auch nach Lauschied sandte er ein Dankeschön. Momentan sind dort drei Bärweilerer Jugendliche in der Jugendfeuerwehr aktiv „und werden dort gut ausgebildet“.

Für die geleistete Arbeit belohnten sich alle aktiven Helfer des Vereins im Oktober bei einem deftigen Haxen-Essen. Am 15. März starten die Förderer mit ihrer Nachtwanderung nach Kirschroth, bevor im Juni das Sommerfest auch andere Wehren nach Bärweiler einlädt. Die Umrüstung des Feuerwehrfahrzeuges auf Digitalfunk wird auch eine theoretische Schulung im Feuerwehrhaus nach sich ziehen. Um all dies zu koordinieren und zu organisieren, bestätigte die Versammlung alle zur Wahl Stehenden per Handzeichen in ihren Vorstandsämtern, sodass das Vereinsjahr 2014 beginnen kann.

10. 02. 2014 | Nach Jahrzehnten ausgeglichener Etat

Nach Jahrzehnten ausgeglichener Etat

RAT Bärweilers scheidender Bürgermeister Hans Gehn hinterlässt ein bestens bestelltes Feld / Nachfolger noch nicht in Sicht
Allgemeine Zeitung

 

10.02.2014 - BÄRWEILER
Von Wilhelm Meyer

Von einem Gedrängel um seine Nachfolge als Bürgermeister in Bärweiler hat Hans Gehm noch nichts bemerkt. „Da steht noch nichts fest“, macht er deutlich. Gehm selbst wird aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nach zehn Jahren im Mai nicht wieder für das Amt kandidieren. Auch als Ratsmitglied will Gehm nicht zur Wahl stehen. Es sei nicht gut, so Gehms Einschätzung, wenn ein Nachfolger seinen Vorgänger immer vor der Nase habe. Doch selbstverständlich werde er nach Bedarf mit Rat und Tat seine Unterstützung anbieten. Dabei stehen die Dinge in Bärweiler keineswegs schlecht. Für 2014 legt die Gemeinde erstmals seit Jahrzehnten wieder einen ausgeglichenen Haushalt vor. Gehm selbst kann sich aus den 20 Jahren, die er im Rat gearbeitet hat, an kein solches Ereignis erinnern. Einzig Horst Scherer, mit mehr als 40 Jahren das dienstälteste Ratsmitglied der Gemeinde Bärweiler, konnte das, musste allerdings ganz ganz tief in seinem Gedächtnis graben.


ABWARTEN

Eine Teilnahme am Landeswett-bewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ lehnt der Gemeinderat in diesem Jahr ab. Erst, so Bürgermeister Hans Gehm, wolle der Rat abwarten, wie sich die Verhältnisse nach der Wahl ordnen werden.
Man wolle jetzt keine Entscheidung treffen, die vom nächsten Rat zu tragen wäre.

Erlös aus Windkraft hilft

325 300 Euro Einnahmen stehen im Ergebnishaushalt 316 600 Euro Ausgaben gegenüber und im Finanzhaushalt ergibt sich mit 289 700 Euro an Einzahlungen gegenüber 268 100 Euro an Auszahlungen ein Saldo von 21 600 Euro. „Schuld“ daran werden, wie in anderen Orten ähnlich, Einnahmen aus der Errichtung und dem Betrieb von Windenergieanlagen auf Bärweilerer Gemarkung sein. Doch ganz so wie woanders verhält es sich in Bärweiler nicht. Keine der beiden geplanten Anlagen wird nämlich auf Bärweiler Gemeindegrund zu stehen kommen (AZ berichtete). Gemeinsam mit dem Betreiber der Osnabrücker ENP Wind GmbH wurde ein besonders, auf die Bedürfnisse der Gemeinde und der Grundstückseigentümer angepasstes ,Pachtmodell erarbeitet. So bekommen in Bärweiler nicht wenige viel, sondern möglichst viele etwas, und dabei ist auch die Gemeinde. Mit je 20 000 Euro für jede der geplanten beiden Anlagen würde der Bärweiler Haushalt gar auch dann noch ausgeglichen dastehen, wenn wider Erwarten nur eines davon realisiert würde. So könne man, rechnet Gehm, nun endlich auch mit der Tilgung der Kassenkredite beginnen. Ebenfalls über die zusätzlichen Einnahmen kann die Teilnahme am Entschuldungsfond des Landes bei einem Eigenanteil der Gemeinde von 3700 Euro bestritten werden.

Weiterhin Eigenleistung

Ein Ende der Bärweiler Sparsamkeit und des ehrenamtlichen Engagements befürchtet Gehm nicht. Nach der letztjährigen Renovierung von Jugendraum, Bolz- und Spielplatz, die mit Unterstützung der RWE im Rahmen des Programms „Mitarbeiter vor Ort“ in Eigeninitiative realisiert werden konnte, will das Dorf sich auch in diesem Jahr mit einer Initiative engagieren. Der Bouleplatz soll endlich fertiggestellt und mit Bänken und Tischen versehen werden. Gedrosselt wird das Engagement der Gemeinde hinsichtlich der Märkte im Rahmen des Programms Grundversorgung. Den Händlern ist es freigestellt, an den jeweiligen Samstagen im Monat ihren Platz zu beziehen, die Gemeinde selbst wird lediglich bei zwei größeren Märkten mit einem eigenen Programm vertreten sein. 13 der 17 Anbieter hätten, so Gehm, für den Frühlingsmarkt am 10. Mai und den Herbstmarkt am 27. September schon zugesagt. In diesem Jahr stehe neben der Einrichtung des Bouleplatzes ein Ausbau des Dorfinfopfades und die Instandsetzung von Wirtschaftswegen an. In der Grundversorgung werde neben den Märkten der Computerraum der Gemeinde mit den gut besuchten Kursen weiter aufgerüstet. PCs werden technisch aufgerüstet, die Software auf den neusten Stand gebracht. In Eigenleistung werde man die Wartung der Straßenbeleuchtung übernehmen, kündigte Gehm an. Dabei werde man beim Wechsel von Lampenköpfen, wenn möglich, einen Austausch zu LED-Beleuchtung vornehmen.

09. 01. 2014 | Keine Angst vor Knöpfchen und der Maus

Keine Angst vor Knöpfchen und der Maus

Weitblick Annerose Schlarb und einige Senioren aus Bärweiler üben sich seit Jahren im Mailen und Googeln am Computer
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2014 01 09
Hausbesuch: Annerose Schlarb (77) in ihrem kleinen Wohnzimmer mit ihrer Tastatur und dem Bildschirm. Vor rund zwei Jahren hat sie begonnen zu lernen, wie man einen Computer bedient. Nein, ein Profi ist sie nicht. Aber sie weiß sehr genau, wie man Mails schreibt oder googelt. Foto: Stefan Munzlinger

09.01.2014 - Bad Sobernheim
von Stefan Munzlinger

VG Bad Sobernheim - Senioren und Computer? Geht nicht. Sagen viele alte Menschen, doch: „Wer eine Waschmaschine bedienen oder ein Auto fahren kann, kann auch einen PC zu steuern", meint Annerose Schlarb aus Bärweiler. Vor rund zwei Jahren hat die 77-Jährige Witwe ihren ersten Computer-Kurs im Gemeindehaus belegt und ist seither angetan von einem Medium, dem für manche ihrer Gleichaltrigen noch immer der Nimbus des nicht mehr Beherrschbaren anhaftet.

Völlig zu unrecht, wie auch Simone Kehl von der VHS Bad Sobernheim und Renate Weingarth-Schenk, Ortsbürgermeisterin und VBW-Chefin in Meddersheim, finden. Beider Erfahrung belegt: Solche Kurse sind bei weltoffenen, interessierten Senioren, auch ohne Englischkenntnisse, stets gefragt.

*******************************
"Unsere Bärweilerer Homepage ist richtig gut."
Seniorin Annerose Schlarb (77) lobt den
Internetauftritt ihrer Heimatgemeinde.
*******************************

Vordergasse 13 in Bärweiler. Durch die Haustür, und links rein ins kleine Wohnzimmer von Annerose Schlarb. Wo bei anderen die Kommode mit Paradekisschen, Püppchen oder mannigfaltig verzierten Porzellanfiguren – Geburtstort: Drosselgasse – stehen, ist bei ihr ein schlichter weißer Schreibtisch zu finden. Drauf ein Bildschirm und ein Rechner, die Computermaus und ihr Pad. Ungewohnt. Frau Schlarb hat ihren PC eingeschaltet, alles gut. Da, ein Problem: Word ist weg. „Wo habe ich das denn hinverschoben?", überlegt sie rätselnd, „habe ich etwa aus Unachtsamkeit die Verknüpfung aufgelöst?"

Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche, aber: nichts zu machen. Word ist wirklich weg. Das vertraute Textverarbeitungsprogramm ist spurlos verschwunden, etwa im virtuellen Papiereimer? Nein.

*******************************
"Traut euch ruhig, das ist doch kein Hexenwerk.”
Gerne ermuntert Arnerose Schlarb andere Senioren,
es ihr gleich zu tun: "Nur Mut."
*******************************

In irgendeinem Unterordner auf dem Desktop. Auch nicht. „Macht nichts", gibt sie schließlich findig auf, „ich kann ja auch mit OpenOffice schreiben."
Gerade hat sie den Bärweilerer Alt-Ortsbürgermeister Günter Germann „gegoogelt" und dann die Internet-Seite ihrer Heimatgemeinde aufgemacht: „Unsere Homepage ist richtig gut", urteilt die Seniorin, die sich wie selbstverständlich den Fachbegriffen des Computer-Universums bedient.
Doch bleibt es für sie nicht bei Zufallsgoogeln oder Spaß-Surfen; das alleine mache es nicht. Sie nutzt ihren Computer wenigstens alle zwei Tage, um sich mit ihren Mitstreitern des PC-Kurses kurzzuschließen oder nachzuschauen, ob sie was gemailt haben: beispielsweise Gedichte oder Fotos in der vergangenen Weihnachtszeit.

Starkes Interesse von Anfang an: Volkshochschule für Stadt und Dörfer vermittelte Hunderte von Senioren PC-Wissen

„Learning bei Doing" – für Simone Kehl (54), die seit 1990 die Volkshochschule von Stadt und Verbandsgemeinde Bad Sobernheim leitet, gibt es nur einen Weg, wie Senioren sich auf den Umgang mit Computern zubewegen können: lernen im praktischen Tun und Üben.
Eine Vorreiterrolle habe da sicher Renate Weingarth-Schenk vom Volksbildungswerk Meddersheim übernommen. Ihre gut besuchten EDV-Kurse waren von Anfang an bei älteren Menschen, die diese Medien reizten und etwas Neues lernen wollten, gefragt. Gerne erinnert sich die Meddersheimer Ortsbürgermeisterin an ihre stark frequentierten Kurse in den Sobernheimer Schulen. Hunderte von Senioren habe man fundiertes PC-Wissen vermitteln können; darunter Mitbürger bis zu 80 Jahren. In populären Programmen habe man sie geschult oder Internet-Kurse angeboten:
„Praxis, keine Theorie", sei dabei die Maßgabe geblieben; es galt, die Kursteilnehmer nicht mit komplizierten Fachbegriffen und technischen Hintergründen zu langweilen, sondern ihnen rasch ein Erfolgserlebnis am Computer zu bescheren.
Das gilt auch heute noch, wenngleich die Zahl der Kurse zurzeit aus organisatorischen Gründen etwas zurückgefahren sei. Bei entsprechender Resonanz können sie wiederbelebt werden. Mit einer Studiendirektorin der Kreuznacher Berufsbildenden Schule (BBS) arbeite man zusammen. Wichtig, das betonen Renate Weingarth-Schenk und Simone Kehl, sei der Kursleiter. Der müsse ein Händchen für ältere Menschen und dafür haben, wie man ihnen solche Inhalte vermittele. Zwei Zeitungsartikel hätten sie damals auf die Idee gebracht, Computer-Kurse für Teilnehmer „50plus" anzubieten, denn der Begriff sollte nicht abschrecken: „Ich wollte diese Kurse damals bewusst nicht Senioren-PC-Kurse nennen. Ab wann fühlt man sich als Senior? Heute kaum unter 70 Jahren", sagt die VBW-Leiterin.
Ab Frühjahr 2001 wurde zu den PC-Stunden in die damaligen Real- und Hauptschulen eingeladen. Erste Kursleiterin war Oberstudienrätin Gabriele Eigendorf, ebenfalls Lehrerin an der BBS Kreuznach und am Pädogischen Zentrum. In den ersten Jahren gab es neun Kurse pro Jahr, im Schnitt mit zwölf Teilnehmern. Zum Auftakt gab es eine Bestätigung „Grundlagenkurs Microsoft Windows/Mircrosoft Word. Stefan Munzlinger

Wer neue Senioren-Computer-Kurse mit seinem Interesse mitinitiieren möchte, kann sich bei VHS-Leiterin Simone Kehl melden: Telefon 06751/811 17; dienstags, mittwochs und freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr und außerdem an Donnerstagen von 15 bis 18 Uhr.
Jörg Theobald, Bärweilerer Bürger und bei einem Kreditinstitut der Region beschäftigt, hat Ortsbürgermeister Hans Gehm schon vor Jahren uneigennützig versprochen, solche kostenlosen Kurse für alte Menschen im Dorf anzubieten – und sein Versprechen gehalten.
Immer wieder treffen sich Annerose Schlarb, Friedel Schneberger (78), Maria Bartels (83), Hildegard Schmitt (77), Anneliese Greulach (73) und Hilde Wendel (71) im Obergeschoss des Gemeindehauses. Dort stehen sechs ältere Rechner, an denen die Senioren mit Jörg Theobald zusammen üben.
„Momentan haben wir keine Treffen, denn im Saal ist es zu kalt – und eigens für die Kurse heizen? Nein", zeigt Annerose Schlarb Verständnis. Ohnehin: Sie, ein Computer-Freak. Da winkt sie kopfschüttelnd ab. Schade, das hätte sich für die Zeitung gut gemacht: 77-Jährige surft wie eine Weltmeisterin. Bloß nicht übertreiben, bittet sie, aber, und das fügt sie dann schon entschieden hinzu: „Zwei Tage mal nicht am PC, keine Mails geschaut? Das geht nicht, das will ich nicht."
Und so ist auch für die Landbewohnerin der Computer und das Internet eine gute und einfache Möglichkeit, Kontakt zu halten mit ihrem Freundeskreis. Einzig: ihr älterer Rechner hat lange Dialogzeiten, jedem Mausklick wird ein gutes Stückchen Geduld abverlangt, bevor es weitergeht. Halb so wild, sie kennt es ja nicht anders. Warum sie den Umgang mit einem PC lernen wollte? Da muss Annerose Schlarb nicht lange nachdenken und nennt den einen Grund, der viele Frauen ihrer Generation betrifft: „Damals habe ich keinen Führerschein gemacht, ein Fehler.

 

*******************************
"Ich habe schon keinen Führerschein gemacht,
da wollte ich mir selbst beweisen, dass ich das kann."
Den Umgang mit einem Computer zu lernen, war Annerose Schlarb sehr wichtig.
*******************************

Jetzt wollte ich mir beweisen, dass ich wenigstens mit einem Computer umgehen kann." Interessierten, aber PC-ängstlichen Senioren macht sie Mut: „Traut euch ruhig, das ist kein Hexenwerk." genauso klar: Zwingen könne man niemanden.
Die Arbeit an einem solchen Ding müsse Spaß machen. Sie wolle den PC und den damit verbundenen Blick in die Welt nicht mehr missen, sagt die aufgeschlossene Bärweilererin, die ihre Kontakte aber nicht auf die Internet-Mail-Welt alleine beschränken will. „Ich gehe nach draußen, habe im Dorf viele Kontakte. Bei den Dienstagstreffen im Häuschen beispielsweise ist sie, die dreifache Mutter von Beate (50), Andreas (48) und Kerstin (38) und stolze Oma von vier Enkeln und einem Urenkel, immer dabei, gehört auch den aktiven Landfrauen des kleinen Dorfs an.

 

Zum Seitenanfang