Bärweiler macht bei der Jury Eindruck

WETTBEWERB Gebietskommission von „Unser Dorf hat Zukunft“ besucht Gemeinde / Viel Bewusstsein für Grün und gutes Miteinander
Allgemeine Zeitung
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Dass man sich auch als Zugereister in Bärweiler pudelwohl fühlen kann, konnten der Leiter der Jury, Dr. Volker Spangenberger (links), und Frank Hastenteufel, zuständig für Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, beim Snack am Backes von Peter Hüttner (rechts) erfahren.
Foto: Wilhelm Meyer

21.06.2012 - BÄRWEILER
Von Wilhelm Meyer

Für seine hervorragende Vertretung beim Rundgang der Kreiskommission des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hatte sich Ortsbürgermeister Hans Gehm schon in der Ratssitzung bei Horst Scherer, Bärweilers Erstem Beigeordneten, bedankt. Auch beim Besuch der Gebietsjury hatte Scherer eine besondere Rolle. Er machte sich mit Jurymitglied Martin Tenbuss auf eine eigene Tour.

Tenbuss ist nämlich für den Bereich "Das Dorf in der Landschaft“ zuständig, und dieser Bereich kommt bei den Dorfrundgängen einfach zu kurz. So hatte man sich entschlossen, Scherer mit dieser kleinen Separatführung zu beauftragen.
 
Weinberg anlegen

Mit Erfolg, wie Tenbuss in der Nachbesprechung bestätigte. Es habe Spaß gemacht, sich diesen wunderschönen Ort von oben anzusehen. Als Anregung brachte Tenbuss die Anlage eines kleinen historischen Weinbergs als ein Stück Wirtschaftsgeschichte des Ortes. Vorbildlich sei es, wie pfleglich man in Bärweiler mit den Gewässern umgehe. Ein breiter Weidensaum biete reichlich Schutz. Da war Tenbuss einer Meinung mit seiner Kollegin Dorothee Johanna Weber. Auch sie war hocherfreut, in Bärweiler Bewusstsein für Grün gefunden zu haben. Da schauten Pflanzen von den Mauern - und auch in den Ritzen dürfe es grünen.

Alle Plätze im Dorfgemeinschaftshaus waren wie auch schon beim Kreisentscheid belegt. Und wieder zog ein Tross von Interessierten, der selbst allein schon beeindruckend war, durch das Dorf. Man interessiert sich in Bärweiler für das Gemeinwohl, so die Nachricht, die die Jury mitnahm. Das war auch Gertrud Endres aufgefallen. Zuständig für „Bürgerschaftliches Engagement und soziale und kulturelle Aktivitäten“ lobte sie vor allem das Miteinander von Alt und Jung. Aber auch wie in Bärweiler für die Alten gesorgt werde; wie vor allem in den „Computerkursen“ Fähigkeiten weitergegeben würden, fand Endres beeindruckend.

Das Modellprojekt Grundversorgung, „Versorgung mit Waren und Dienstleistungen“, war auch für Frank Hastenteufel einer der Punkte: Man sehe, dass Bärweiler die Herausforderung durch den demographischen Wandel annehme. Beeindruckend fand Hastenteufel vor allem den Pragmatismus, mit dem die Aufgaben in Bärweiler angegangen würden.

Keine neuen Baugebiete

Jury-Chef Volker Spangenberger gab Bärweiler noch den Rat mit auf den Weg, sich nicht zu sehr um die Ausweisung von Neubauflächen zu bemühen. Pflege und Nutzung des gewachsenen Dorfes sollte immer Vorrang haben. Eine neue Infrastruktur sei immer mit erheblichen Kosten verbunden, auch und vor allem, wenn sie dann nicht gebraucht werde.

Dass sich Bärweiler Offenheit und positive Neugier bewahrt habe, konnten die Jurymitglieder auf ihrem Gang auch von Peter Hüttner erfahren. Hüttner, der mit seiner Lebensgefährtin nun seit zwei Jahren in Bärweiler wohnt, renoviert dort ein altes Haus. Er fühlt sich pudelwohl im Ort. Ein bisschen, so empfindet er, sei es in Bärweiler wie in einer riesigen Wohngemeinschaft.

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