Langensteinis Geschichten

DORFERNEUERUNG Bärweiler plant Kinderbuch mit Lokalbezug/ Erstes treffen am Montag
Allgemeine Zeitung
2011 04 15
Langensteini ist das Maskottchen eines Projektes in Bärweiler, in dem junge Bärweilerer die Geschichten der alten Bärweilerer zusammentragen und aufzeichnen.
Foto: Privat

15. 04. 2011 - BÄRWEILER

Eine Geschichte von "Langensteini" gibt es schon lang in Bärweiler: Denn dass der markante Stein ja nicht nach Bärweiler selbst, sondern eigentlich nach Hundsbach schaut, ist für die Bärweilerer eher ein Zeichen des Vertrauens. Einmal im Jahr allerdings soll sich der Langenstein umdrehen und doch einmal schauen, ob in Bärweiler tatsächlich, wie erwartet, noch alles in Ordnung ist.

Geschichten für Kinder des Dorfes

Wann das allerdings der Fall ist, das will Bärweilers Bürgermeister Hans Gehm nicht verraten. Vorstellen kann sich Gehm aber schon, dass diese Erzählung den Auftakt zu der Sammlung "Langensteinis Dorfgeschichten", einem Dorf-Kinderbuch, geben könnte.

Schließlich haben die Bärweilerer beim letztjährigen Wettbewerb "Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung" des Innenministeriums die Jury mit ihrer Idee von "Langensteinis Dorfgeschichten" überzeugen können. Neben einem Preisgeld von 1000 Euro, mit dem Gestaltung und Druck schon weitgehend gesichert sein dürften, hat man gar auch noch eine Zukunftswerkstatt für Bärweiler gewonnen, in der mit professioneller Betreuung herausgefunden werden soll, was die Jugend so braucht, um sich wohl zu fühlen im Dorf.

Ein Teil davon bleiben die Dorfgeschichten. Am Montag, 18. April, wird es ab 17 Uhr am Bauwagen ein erstes Treffen geben, das vor allem die kleinen und jungen Bärweilerer ansprechen soll. Da haben die Ferien gerade begonnen, und Gehms Erfahrung ist es, dass dann auch viele Kinder, die nicht mehr in Bärweiler wohnen, die Gelegenheit haben, zu kommen. Enstanden ist die Idee vom Kinderbuch bei der Beschilderung des neuen Dorfinfopfads. Ein Teil der Fläche der acht Tafeln war jeweils für die Kinder gedacht.
Man fragte bei den älteren Bewohnern nach und bald zeigte sich, dass die Geschichten, die auf diese Weise zusammen kamen, weit mehr als die acht Tafeln füllen konnten. Die Idee zum Buch mit Langensteinis Dorfgeschichten war geboren.


Jetzt geht es erst einmal darum, wer alles dabei sein will, Ideen zu sammeln und einen ersten festen Arbeitstreff auszumachen sowie die Erzählungen, Geschichten und Einblicke in die Geschichte des Ortes zu sammeln. Noch gibt es viele Bärweilerer, die einiges zu berichten haben.
Dass man auf diese Weise miteinander und voneinander lernen kann, ist für Gehm ein weiterer hervorragender Aspekt des Projekts.
Dass die Kinder so einfach bei den Alten sitzen und hören, was einmal war, ist heute auch in Bärweiler nicht überall selbstverständlich. Je besser das aber klappt, umso besser entwickeln sich auch die Wurzeln. Und wer weiß, wo er her kommt, davon ist Gehm überzeugt, kann auch besser herausfinden, wo er hin will.

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