Nicht ohne Wenn und Aber abnicken

WINDKRAFT Bärweiler will bei Anlagenbau auf seiner Gemarkung nicht leer ausgehen
Allgemeine Zeitung

03. 02. 2011 - BÄRWEILER
Von Wilhelm Mayer

BÄRWEILER. Bislang habe man sich mit der Frage der Windkraft noch sehr wenig beschäftigt. Doch nun, seit der TeilpIan Windenergienutzung des regionalen Raumordnungsplanes der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe auch in Bärweiler zusammen mit Lauschied, Hundsbach und Jeckenbach Flächen von insgesamt 152 Hektar als Vorranggebiet zur Windenergienutzung ausgewiesen hat, komme man nicht mehr darum herum, stellte Bärweilers Bürgermeister Hans Gehm fest.

Die in Frage kommenden Flächen seien, wie Gehm mitteilte, ausnahmslos in privater Hand. So war Windkraft auch gleich ein Punkt auf der ersten Ratssitzung des Jahres. Man müsse, war sich der Rat einig, Wege finden, bei denen auch die Gemeinden, die die Last der Windenergienutzung trügen, davon Nutzen hätten. Auf keinen Fall wolle man, so Gehm „einfach nur abnicken ohne Wenn und Aber”. Zunächst wolle man den Informationstermin für Bürgermeister und Beigeordnete beim Landrat in Bad Kreuznach am 10. Februar wahrnehmen. Dort werden auch mit Christiane Donnerstag und Dr. Jammill Sabbagh Verantwortliche der PIanungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe Rede und Antwort stehen. So auf den aktuellen Informationsstand gebracht, werde es darum gehen, umfassend zu informieren. Dafür werde dann umgehend eine Bürgerversammlung einberufen.

Ganz aktuell war in Bärweiler ein Treffen für bewährte und zukünftige Helfer angesetzt. Im kleinen Bürgerhaus, dem Haus am Dorfplatz, wollte man gestern um 19.30 Uhr sehen wer noch bereit sei kräftig mit anzupacken oder auf andere Weise zu helfen.

Dazu seien Informationen an alle Haushalte gegangen. "Viele Hände, schnelles Ende”, gelte für Orte wie Bärweiler, in denen ein so großer Teil der Aufgaben ehrenamtlich von seinen Bewohnern vorangebracht würden, in besonderem Maße. Je besser man Bescheid wisse, wer, wann, was machen könne, umso besserkönne man auch planen. Bis zum Backesgrumbeerefescht am ersten Septembersonntag sollten zwei Dinge abgeschlossen sein: Einmal der äußere Dorfinformations-pfad, da brauche man viele kräftige Helfer um die Bänke zu installieren.

Und dann wäre es schön, so Gehm, wenn ,,Langensteinis Dorfgeschichten”, was Bärweilers ,,Alte” ihren „Jungen” aus der Geschichte des Ortes erzählen, dann vorliegen würden.

Erfreut zeigt sich Gehm, dass bei der Verkehrsberuhigung ein RWE-Mitarbeiter dabei sei. So könne man hoffen, dass das Projekt durch die RWE-Mitarbeiterinitiative „Aktiv vor Ort” finanziell unterstützt werden könne. Im Rahmen dieses Projektes will man auch eine Geschwindigkeitsanzeige mit einem Smiley für den Ort anschaffen.

Auch die Wissenschaft sei einmal wieder über Bärweiler gestolpert. „Pioniere und Vordenker einer dörflichen Innenentwicklung” sei der Titel einer Diplomarbeit. Darin vergleiche Tim Moritz Koch Entwicklungen der Dorferneuerung in Duchroth und in Bärweiler miteinander. Auf die Ergebnisse könne man gespannt sein.

Auch eine frühere Diplomarbeit über Bärweiler sei fruchtbar in die Diskussion über Dorferneuerung einbezogen worden. Am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft”, so beschloss der Rat, werde man sich erst in späteren Jahren wieder beteiligen. Zunächst gelte es, so Gehms Einschätzung, das zahlreich  Angefangene, besonders auch das Projekt "Grundversorgung” in Ruhe voran zu bringen.

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