Das größte Kapital fehlt in der Bilanz

DOPPIK Neues Haushaltsprinzip berücksichtigt Engagement der Bürger im kleinen Bärweiler nicht / In Projekten viel erreicht
Allgemeine Zeitung

 

27. 11. 2010 - BÄRWEILER

Noch kann sich der Rat Bärweiler in diesem Jahr nicht zur Ruhe setzen. Eine Sitzung am 10. Dezember steht noch aus. Dann werden die Mitglieder die Eröffnungsbilanz, die die Basis für den ersten doppischen Haushalt der Gemeinde bilden wird, beschließen.

Bürgermeister Hans Gehm ist skeptisch. Es sei nicht daran zu denken, Rücklagen in der Höhe der jährlichen Abschreibungen zu bilden. Und Leistungen, wie sie ein Ort wie Bärweiler mit großer Energie und Engagement täglich ehrenamtlich einbringe, fänden in der Bilanz selbst keinen Platz.

Erfreulicher war der Rückblick auf die Projekte des Jahres. Da ist zunächst das Projekt Grundversorgung. Dorfplanerin Nathalie Franzen wird das Konzept fertig stellen.

Der Auftakt des Projektes, das in Bärweiler auch für andere Orte beispielhaft erprobt wird, sei bestens gelungen. Nun gelte es, den mobilen Markt mit seinem vielfältigen Angebot an Waren und Dienstleistungen zu etablieren. Ziel sei ein regelmäßiger Rhythmus. Hauptsächlich den älteren Bürgern soll er mehr Selbständigkeit ermöglichen. Doch wichtig ist für Gehm nicht allein das Warenangebot. Die soziale Komponente, der Markt als Treffpunkt, sei derzeit von keinem geringeren Gewicht. Die über einen Fragebogen ermittelte Resonanz sei durchweg positiv.

Bald, so hofft Gehm, dürfte auch der geplante Computerraum der Gemeinde fertig sein und Kurse könnten angeboten werden. Auch der Computerraum ist Teil des Konzeptes. Mit ein wenig Übung können gerade die Älteren dann sowohl Angebote des dann genutzten „Schwarzen Brettes“ auf der Bärweilerer Homepage in Anspruch nehmen. Die Senioren können aber auch bequem eigene Anfragen dort „anpinnen“.

Ebenfalls auf einem guten Weg sieht Gehm den Dorfinfopfad. Der innere Weg mit neun Stationen konnte eingeweiht werden. Nun werde es um den äußeren Weg gehen. Gehen kann man ihn zwar schon jetzt. Ziel der Gemeinde ist es jedoch, dass ein wirklich komfortabler Weg rund um Bärweiler führt. Tafeln informieren und eine befriedigende Anzahl von zum Teil gar überdachten Bänken bieten Platz zum Ausruhen.

Auch die Verkehrsberuhigung, schon auf der Agenda der Fortschreibung des Dorferneuerungskonzeptes festgehalten, geht voran. Piktogramme mit der Geschwindigkeit 50 sind aufgebracht. Schilder, die auf Kinder an den Bushaltestellen an den Ortseingängen von Bärweiler hinweisen, sind beantragt. Ein Geschwindigkeitsanzeiger müsse erst noch finanziert werden, sagt Gehm. Da werde man nach dem Dorffest Anfang Juni vielleicht schon ein Stück weiter sein. Darüber hinaus, so Gehm, wäre es natürlich toll, wenn sich ein RWE-Mitarbeiter für das Projekt der Verkehrsberuhigung in Bärweiler engagieren könnte. Reizvoll wäre es schon, auf diese Weise eine Unterstützung im Rahmen des Mitarbeiterprojektes der RWE „Aktiv vor Ort - Mitarbeiter für Mitmenschen“ erhalten

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