Wenig Handlungsspielraum

GEMEINDERAT Fehlbetrag von Bärweiler liegt bei 90000 Euro
Dorfinfopfad soll im Frühjahr begehbar sein
Allgemeine Zeitung

 

04. 11. 2009 - BÄRWEILER
Von Wilhelm Meyer

In der Ratssitzung in Bärweiler konnte den Beigeordneten und ihrem Bürgermeister Entlastung erteilt werden. Der Fehlbetrag der Gemeinde liegt mit 90000
Euro wegen des geringeren Steueraufkommens allerdings höher als erwartet. Über die Planung der Pflichtaufgaben, Unterhaltung und Sicherung bleibt der Gemeinde auch weiterhin wenig Handlungsspielraum.

Dass öffentliche Angelegenheiten in einem verschuldeten Ort auf andere Weise bestritten werden müssen, Ist in den Bürgern Bärweilers klar. Darin haben sie Übung. Zwei erfreuliche Entlastungen des Haushalts, so Bürgermeister Hans Gehm, werde es im kommenden Jahr allerdings geben. Sowohl sei für die gemeindeeigene Wohnung ein Mieter, als auch ein Käufer für die Sportanlage gefunden.

Auch für Ältere attraktiv

Auf der Tagesordnung stand einmal wieder der Dorfinfopfad. Die Förderbewilligung mit 50 Prozent steht seit Juni fest. Den Winter wollen die Bärweilerer nutzen,  Texte und Design für die neun Stationen des inneren Pfads zu entwickeln. Der äußere, ins Wanderwegenetz der Verbandsgemeinde integrierte Rundweg soll später folgen. Zwar seien die Infotafeln in der Hauptsache für ortsfremde Besucher gedacht, der Pfad jedoch in gleichem Maße für die Bewohner selbst. Die nämlich, so liest Gehm die Statistik der Bevölkerungsentwicklung, werden älter und leider auch gebrechlicher. Bänke in bequem erreichbaren Abständen ließen einen solchen Pfad, der auch mit Gehhilfen noch gut zu bewältigen sei soll, auch für ältere Menschen weiter attraktiv bleiben.

Für das Projekt Grundversorgung ist ebenfalls die Bewilligung vorhanden. Hier zeige sich Bärweiler wieder einmal als Vorreiter. Es geht um strukturelle Überlegungen, wie den Notwendigkeiten demographischer Entwicklungen in einem kleinen Dorf Rechnung getragen werden kann. Der Werkvertrag für das Konzept
soll zur nächsten Sitzung des Gemeinderats unterschriftsreif vorliegen. Der Auftrag hierfür geht an die Diplomgeographin Nathalie Franzen, die auch die Dorferneuerung Bärweilers moderiert. Als Modellprojekt wird dieses grundlegende Experiment nicht nur mit 80 Prozent Landesmittel gefördert, auch die restlichen 20 Prozent teilen sich Gemeinde und Verbandsgemeinde. Ideen, wie in kleinen Gemeinden mit sozialer und wirtschaftlicher Kreativität Strukturen entwickelt werden können, die das Leben dort weiterhin lebenswert machen, sind auch für andere Gemeinden interessant. Auch hier sind es wieder Spenden, die solche Projekte in Bärweiler möglich machen. Ohne die Vereine, so Gehm, ginge überhaupt nichts. Dorffesterlös und die Erträge der Landfrauen beim Backesgrumbeerenfest seien wichtige Stützen. So ziemlich alles müsse schließlich haushaltskostenneutral abgewickelt werden.
Erfreulich gering, so Gehm, seien die Leerstände in Bärweiler. Das habe sich beim Erstellen des Leerstandskatasters wieder bestätigt. Von fünf leerstehenden Gebäuden seien zwei noch vor kurzem verkauft worden und die weiteren auch jetzt noch in gepflegtem, guten Zustand.

Gute Neuigkeiten

Erfreut zeigte sich Gehm über zwei weitere Neuigkeiten: die von Werner Herzog im Turnverein neu ins Leben gerufene Wandergruppe werde gut angenommen, und die Pläne, eine Boulebahn am alten Friedhof einzurichten, machten Fortschritte.

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