Mobiler Markt zur Grundversorgung

PREMIERE Waren und Dienstleistungen angeboten / Gerade ältere Bürger sollen profitieren
Allgemeine Zeitung
2010 09 28
Auch die Kinder, hier die neunjährige Lisa-Muriel Köhler und die elfjährige Elena Hartmann, wurden in Bärweiler in das Projekt zur Grundversorgung eingebunden und wirkten tatkräftig mit. Foto: Sonja Brauer 

Von Sonja Bräuer
Ein Projekt zur Grundversorgung, das möglicher-weise auch auf andere Orte im Land übertragen werden könnte, ist nun in Bärweiler angelaufen. Waren und Dienstleistungen wurden jetzt erstmals auf einem mobilen Markt angeboten. Hauptsächlich die älteren Bürger im Ort sollen damit die Möglichkeit erhalten, einiges selbst zu erledigen. Beim Projekt soll es nicht nur rein um das Warenangebot gehen, sondern auch um die soziale Komponente. Dass der Markt einen Treffpunkt darstellt, ist auch Dorfplanerin Nathalie Franzen sehr wichtig.
Für die Zukunft müsse nun festgestellt werden, wie sich alles entwickeln kann. Dies sollen unter anderem auch Fragebögen klären, die Händler sowie Besucher ausfüllten.
    
In Bärweiler entsteht damit im Moment ein Basiskonzept, das auch von anderen Gemeinden künftig eigenständig nachem-pfunden werden kann. Sogar eine Gemeinde aus der Eifel habe sich schon erkundigt.
Auch die älteren Bärweilerer, wie Irma Maurer und Hiltrud Fritz, kamen mit Stock und Rollator und deckten sich beispielsweise mit Nudeln oder einer Flasche Federweißen ein, die aufgrund der fehlenden Weinberge sonst nicht so einfach erhältlich ist. Etwa 15 Händler und Dienstleister waren im Bürgerhaus mit dabei So auch die Kurapotheke aus Bad Sobernheim.
Einige Bürger wurden zwar auch in der Vergangenheit schon beliefert, doch auch den übrigen Einwohnern stellten sie sich vor. „Ich werde ja auch älter und hätte das dann vielleicht ganz gerne", meinte Dr. Ekkehard Clauß, der zudem den Blutdruck der Anwesenden bestimmte. Erika Hess aus Meddersheim zum Beispiel bot in einem abgetrennten Raum Fußpflege an. Ihr gefiel die Umsetzung des mobilen Marktes, den sie sich auch im eigenen Dorf vorstellen könnte, obwohl es ein paar Geschäfte gibt. Armin und Christa Schick, die mit einem Gärtnereiangebot dabei waren, erinnerten sich an früher. Schon die Großeltern seien mit dem Handwagen nach Bärweiler gekommen, um Bestellungen abzuliefern. Der mobile Markt ist die moderne Form davon.
Auch die Kinder wurden mit eingebunden. Sie verkauften Blumen und Spielzeug. Der Erlös wird dem Projekt und dem Jugendraum zugute kommen. Die Neunjährige Lisa-Muriel Köhler war ganz stolz, dass es im eigenen Garten genügend Blumen gab, die sie verkaufen konnte. Und die Elfjährige Elena Hartmann ist sich sicher, dass die beiden auch einiges für später lernen können.
„Ich bin begeistert und überrascht, wie gut es angenommen wurde", freute sich Ortsbürger-meister Hans Gehm. Sowohl von den Älteren als auch von den Kindern war positive Resonanz zu spüren. Für die Zukunft hofft er dass auch der Computerraum. der vorgestellt werden konnte, die Generationen zusammen bringt.
Als hervorragend bezeichnete auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rolf Kehl das Angebot. Zur Hälfte trägt die VG den Eigenanteil der Gemeinde. Ob für andere Gemeinden Ähnliches realisiert werden kann, müsse sich zeigen. Den umliegenden Ortschaften empfiehlt Kehl. das Angebot in Bärweiler mit wahrzunehmen. Es sei der „absolut richtige Weg" den die Gemeinde eingeschlagen habe.

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