Bärweiler geht neue Wege

Mit Computerraum und Dorfmarkt in die Zukunft
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2010 09 29
Über den neuen Computerraum (oben) freuen sich (von links) Ortsbürgermeister Hans Gehm, Thorsten Dürk (Kreisverwaltung) und Gemeinderatsmitglied Harald Skär. Guten Zuspruch fanden auch der Tonstand von Astrid Köhler aus Hundsbach (rechts) und im Hintergrund der Flohmarkt der Dorfjugend sowie Holger Barths Weinstand (links).
Fotos, Martin Köhler

29. 09. 2010 - BÄRWEILER

Martin Köhler

Bärweiler ist in Sachen, Dorferneuerung seit einiger Zeit schon Vorreiter. Nun wurde ein weiterer wegweisender Schritt unternommen, um die Ortsgemeinde noch zukunftfähiger zu machen.
Durch die Bank positiv überrascht waren Teilnehmer wie Veranstalter vom ersten Projektmarkttag zur "Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen" im Bürgerhaus Alte Schule. Landesweit ist Bärsweiler die eizige Gemeinde, die dem demografischen Wandel und dem gleichzeitig eintretenden Ende kleinerer und mittelgroßer Geschäfte vor Ort mit regelmäßigen Markttagen begegnen will.
Die Organisation dieser wegweisenden Veranstaltung lag in den Händen von Dorfplanerin Nathalie Franzen aus Mainz, die gemeinsam mit den Bürgern Bärweilers die Fortschreibung des Dorferneuerungkonzeptes anpackt.

In dessen Rahmen wurde vor drei Wochen bereits der 3,5 Kilometer lange Dorf-Info-Pfad eingeweiht. Am nun veranstalteten Projektmarktag nahmen 14 Unternehmen ganz unterschiedlicher Prägung teil. Zu erwerben gab es beispielsweise Nudeln und Eier, Wein, Blumen und Pflanzen, Tonwaren, Honig und Geflügel. Im Dienstleistungssektor waren eine Gesichts- und Handkosmetikerin, eine Fußpflegerin, eine Apotheke und eine Reikiberaterin mit Gesundheitstipps vor Ort. Zudem war die Dorfjugend mit einem kleinen Flohmarkt eingebunden.

Hintergrund


Jugend erklärt Senioren den PC
Jung lehrt Alt am Computer an: Das ist die Idee hinter dem öffentlichen Computerraum in der Alten Schule. Sechs PCs, die ein Unternehmen gestiftet hat, stehen nun bereit — ein Masterplatz und fünf Lehrplätze. Ortsbürgermeister Gehm stellte sich das so vor: "Die jungen, computerkundigen Dorfbewohner könnten Kurse für die älteren anbieten und sie somit an die moderne Technik heranführen. Im Gegenzug erzählen ihnen die Alten nützliche Erfahrungen aus ihrem Leben." Jezt fehlt nur noch ein DSL-Anschluss. Das Mobiliar in dem Raum stammt übrigens von dem kürzlich verkauften Sportheim des TV Bärweiler. Auch die stolze Pokalsammlung des TV soll auf Dauer den Computerraum verschönern.


Organisatorin Nathalie Franzen zog ein erstes Fazit: "Mancher Besucher hätte sich aber zusätzlich noch Back- und Metzgerwaren gewünscht." Grundsätzlich habe eine positive Stimmung mit am Schluss sehr zufriedenen Gesichtern bei Besuchern wie Beschickern vorgeherrscht.

Wörtlich


"Wir probieren etwas aus, was andere noch nie getan haben. Manche belächeln uns, aber wer nichts tut, kann erst recht nichts erreichen.""
Bärweilers Ortsbürgermeister Hans Gehm bei seiner Begrößungsrede.

Dazu beigetragen hat auch die Bewirtung der rührigen Landfrauen und des Ortsgemeinderats, die Kaffee, Kuchen und warme Fleischwurst bereithielten. Diese Wohlfühlatmosphäre an einem zentralen Treffpunkt sei enorm wichtig für jeden Markt, so Franzen, "schließlich braucht man einen Grund, um aus dem Haus zu gehen."

 Aus Politik und Verwaltung waren Franz Kattler (Referent Dorferneuerung der Ladesregierung), Hans-Dirk Nies (Kreisbeigeordneter), Thorsten Dürg (Referent Dorferneuerung des Kreises) und auch VG-Bürgermeister Rolf Kehl nach Bärweiler gekommen. Nicht nur Kehl war positiv überrascht, dass sich der erste Markt so gekonnt und einladend präsentierte.

Nun stellt sich natürlich die Frage, welche Beschicker sich vorstellen könnten, wiederzukommen, und vor allem auch, wie oft solch ein Markt - die Nachfrage besteht zweifelsohne - in Zukunft stattfinden kann. Glaubt man den Ausssagen der Teilnehmer in unserer Miniumfrage, könnte der Markt am Samstag der Auftakt zu einer erfolgreichen Bärweilerer Zukunft sein.

 Gudrun Clauß von der Kur-Apotheke Bad Sohernheim sagte "Wir liefern bereits nach Bärweiler, und es lohnt sich. Was den Markt betrifft, hoffe ich wirklich, dass er zur einer Dauereinrichtung werden kann."
Winzer Holger Barth aus Kirsckroth meinte "Wir haben in Bärweiler zahlreiche Bekannte und Freunde."" Da nehme man als Unternehmer umso lieber an Veranstaltungen dieser Art teil. Kosmetikerin Jutta Scheliga aus Bad Sobernheim bietet einen mobilen Service an, den sie auch in Bärweiler etablieren will. Ganz nebenbei ergänzte sie, habe sie ohnehin auch eine "soziale Ader" für die älteren Bewohner.


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