"Wir haben, was andere nicht haben"

DORFWETTBEWERB Bürgermeister Gehm führt Bewertungsjury der Landeskommission durch Bärweiler
Allgemeine Zeitung
2012 09 06
Bürgermeister Hans Gehm (re.) führte die Bewertungsjury des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" durch das Dorf.
Foto: Sonja Bräuer 

06. 09. 2012 - BÄRWEILER

„Wir haben nicht was die anderen haben, aber was wir haben, haben die anderen nicht. Unter diesem Motto führte Bürgermeister Hans Gehm die Mitglieder der Bewertungsjury von "Unser Dorf hat Zukunft" um den Referatsleiter Dorferneuerung im Innenministerium, Franz Kattler, durch den Ort.
Stationen des Dorfinfopfades bildeten den roten Faden der Tour. So wurde ein Blick in den neuen Computer-Schulungsraum der Gemeinde geworfen, in dem derzeit drei Kurse abgehalten werden.
"Es ist nicht nur der Raum da, sondern es sind auch Menschen da, die ihr Wissen weitergeben", lobte Regionalberaterin Nathalie Franzen, in der Jury zuständig für bürgerschaftliches Engagement sowie soziale und kulturelle Aktivitäten.

Gehm wies unter anderem auf das Kinder-Buchprojekt "Langensteinis Dorfgeschichten" hin. Damals hatten die Kinder des Ortes ältere Einwohner besucht und das Wissen, das diese noch aus früheren Zelten weiter geben konnten, in Buch-Form festgehalten.
Auch das Konzept zur Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen, mit dem Bärweiler ein Beispielprojekt für andere Gemeinden in Rheinland-Pfalz auf den Weg gebracht hat, war Thema während der Tour, an der auch Landrat Franz-Josef Diehl und die Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Elisabeth Öhler, teilnahmen.

"Die Jury hatte die Möglichkeit, sich heute einen guten Eindruck zu verschaffen", fasste Referatsleiter Dorferneuerung, Franz Kattler,  nach dem Rundgang zusammen. Die Mitglieder der Bewertungsjury nahmen verschiedene Teilaspekte in den Blick.
Ein positives Fazit zog unter anderem Rosa Vollmuth im Bereich Baugestaltung und -entwicklung. Aus städtebaulichen Gesichtspunkten  sei das Dorf Bärwelier noch intakt. Wichtig sei die Erhaltung alter Gebäude. Die Bodenpreise in Bärweiler seien dabei sehr realistisch, sodass auch Interessenten angelockt würden. Das Haus am Dorfplatz lobte sie ebenfalls. "Mit Liebe zum Detail" habe man hier einen schönen Platz gestaltet. Dieser sei "ein echter Mittelpunkt", befand auch Klaus Meckler, der den Bereich Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen bewertete.
Silke Wiedrig, zuständig für Grüngestaltung und -entwicklung, sowie Jürgen Köstel, der "Das Dorf in der Landschaft" bewertete, äußerte sich weitgehend positiv, auch wenn Köstel eine landwirtschaftliche Halle ohne Begrünung bemängelte. Auf der anderen Seite kamen vor allem die typischen Bauerngärten bei Silke Wiedrig sehr gut an.

Bärweiler muss sich nun in der Sonderklasse des Wettbewerbs mit Gemeinden wie Duchroth messen. "Die Luft ist dünn, es sind alles keine unbeschriebenen Blätter", wenn man sich die Konkurrenz anschaut, weiß Gehm. Er und seine Dorfgemeinschaft sind dennoch zuversichtlich.


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