Meddersheim und Bärweiler werden in Mainz ausgezeichnet

Allgemeine Zeitung
2012 11 10
Der Bärweilerer Ortsbürgermeister Hans Gehm (vorne l.) und die Meddersheimer Ortschefin Renate Weingarth-Schenk (vorne r.) mit Bürgern bei der Preisverleihung im Mainzer Kurfürstlichen Schloss.
Foto: Carina Schmidt

Von Carina Schmidt

10. 11. 2012 - BÄRWEILER
Eigentlich liegen zwischen den Dörfern Meddersheim und Bärweiler sieben Kilometer. Für die Siegerehrung des diesjährigen Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" saßen am Freitagnachmittag aber 16 Bärweilerer und 20 Meddersheimer im Bus und fuhren nach Mainz zum Kurfürstlichen Schloss. Dort ehrte Innenminister Roger Lewentz 24 Siegergemeinden aus Rheinland-Pfalz.

Nach 20 Jahren wieder dabei

Die Meddersheimer waren vor den Bärweilerern an der Reihe. Stolz stapfte die 20-köpfige Truppe auf die Bühne, wo Lewentz und SWR-Landesschau-Moderatorin Patricia Küll die Urkunde für den siebten Platz in der Hauptklasse überreichten. Das Preisgeld beträgt 300 Euro.

"Die Auszeichnung ehrt uns sehr", betonte Bürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk. Seit 20 Jahren sei die Gemeinde zum ersten Mal wieder dabei: "Dass wir gleich Kreis- und Gebietssieger werden, damit hätten wir nicht gerechnet." Lob erhielt die 1400 Einwohner große Gemeinde für ihre tolle Infrastruktur, die ausgeprägte Vereinskultur, die Gastfreundlichkeit und die schönen Fachwerkhäuser. "Jetzt sind wir erst recht angespornt, unser Dorf weiter zu entwickeln", kündigte Weingarth-Schenk an. Die Bärweilerer mussten sich noch etwas gedulden, bis sie an der Reihe waren. Doch Ortschef Hans Gehm hatte vorgesorgt und verteilte im Vorfeld an "seine" Bürger Brezeln, "damit die Schäfchen mir nicht verhungern." Die inzwischen vierte Teilnahme war das für die kleine Gemeinde mit knapp 250 Einwohnern. Doch seit Mitte der 90er habe es eine längere Pause gegeben, erinnerte sich Erster Beigeordneter Horst Scherer. "Schließlich muss sich zunächst etwas tun. Und wir Bärweilerer wissen: Stillstand ist Rückgang." Von Stillstand kann außerdem nicht die Rede sein. So hat das kleine Dorf jüngst einen Computerraum für Senioren eingerichtet und einen 3,5-Kilometer langen Dorf-Infopfad mit acht Stationen angelegt, auf dem die Spaziergänger erfahren, wo früher etwa die Poststation, der historische Backes und die alte Schmiede standen.

Dafür erhielt Bärweiler den vierten Platz in der Sonderklasse. Pläne, was mit dem Preisgeld von 800 Euro gemacht werde, gebe es auch schon, verriet Bürgermeister Gehm: "Wir wollen den Jugendraum erneuern."

Jugend Anreize bieten

Ganzheitlicher Ansatz ist das Stichwort in der Rede von Innenminister Lewentz, den beide Bürgermeister aus der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim verinnerlicht haben. "Wir leben in Rheinland-Pfalz in einer Landschaft mit Herausforderungen", betont der Minister und denkt dabei etwa an den demografischen Wandel.

Wichtig sei es daher, insbesondere der Jugend Anreize wie Breitbandzugang zum Internet zu bieten, damit sie die Orte nicht verlasse oder aber in die Dorfgemeinschaft zurückkehre. Frühzeitige Bindung etwa durch Ehrenamt sei daher wichtig: "Das lässt sich nie durch Geld ersetzen." Erst recht nicht durch ein Preisgeld.


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