Langensteini kommt gut an

Bärweiler mit 1 000 Euro und Zukunftswerkstatt belohnt / Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung
Allgemeine Zeitung
2010 10 04

04. 10. 2010 - BÄRWEILER
Von Sonja Bräuer

Mit einem großen Bus machten sich knapp 40 Bärweilerer auf nach Landau. Dort wurde der Preis im Dorferneuerungs-wettbewerb zur kinder- und jugendfreundlichen Dorferneuerung durch Roger Lewentz, Staatssekretär im Ministerium des Innern und für Sport, vergeben.

Für den kinderfreundlichen Dorf-Infopfad durch die Gemeinde und die Projekt-Idee zum Buch „Langensteinis Dorfgeschichten“ wurde Bärweiler in der Kategorie Gemeindepreis mit 1000 Euro bedacht. Auch eine Zukunftswerkstatt erhielt der Ort, um das Projekt künftig weiter voranzutreiben.

Die Projekte werden vor allem durch das Maskottchen Langensteini, angelehnt an das Naturdenkmal in Ortsnähe, kindgerecht umgesetzt. Entstanden ist die Figur im Rahmen eines Wettbewerbs zum Backesgrumbeerefescht vor zwei Jahren.

Die 14-jährige Ida Germann hatte Langensteini damals kreiert. „Ich dachte, der gehört zum Dorf und den habe ich dann einfach gemalt“, erläutert sie ihre Idee, den Langenstein zu verwenden. „Dann habe ich überlegt, was ich noch dazu malen kann, damit es ein bisschen attraktiver für die kleinen Kinder wird, und habe dem eine Mütze dazu gemalt“, erinnert sie sich.
Mittlerweile ziert Langensteini die Tafeln des Dorf-Infopfades und unterstützt die kindgerechte Aufarbeitung der Informationen. Auch im geplanten Buch wird dem Mas-kottchen die Hauptrolle zukommen.

Vor allem soll das Buch die alte Dorfgeschichte auf kindgerechte Weise verpacken. Dazu werden wohl einige Kinder die älteren Einwohner aufsuchen und die Geschichte dabei einsammeln. Damit soll Altes festgehalten werden, möglicherweise auch noch zusätzlich in Tonform, wobei der Dialekt vermittelt wird.

Das Zusammenleben von Alt und Jung kam auch auf dem Weg nach Landau zum Vorschein. Die jüngste Mitfahrerin ist vier, Alt-Bürgermeister Günter Germann ist 74 Jahre alt. In Bärweiler wird eine Dorfgemeinschaft gelebt, in der alle Generationen eingebunden sind.
Der sechsjährige Erik Maurer war ebenso froh über den Preis und stolz, ihn auf der Bühne in den Händen zu halten, wie die 70-Jährige Kriemhilde Franzmann darüber, dass so viele Projekte für die verschiedenen Altersgruppen angepackt werden.

In den 50 Jahren, die sie nun schon in Bärweiler lebt, habe sie einiges miterlebt. Auch die Zeit, in welcher der Ort von Studenten als Beispiel für ein sterbendes Dorf aufgegriffen wurde. Heute ist sie froh, dass auch mit dem Projekt „Grundversorgung“ einiges angegangen wird. „Das Dorf sind wir doch, jeder Einzelne“, denkt sie.

Als Dorfgemeinschaft präsentierte sich der Ort auch in Landau. Mit einem von Thomas Hartmann geschriebenen Bärweiler-Lied brachten sie den anderen Gemeinden ihre Vorzüge näher. Das Ganze wurde natürlich schon auf der Busfahrt kräftig geübt, mitsamt den gesungenen Fanfaren.

„Es hat mich gefreut, dass so viele mitgefahren sind“, äußert sich auch Bürgermeister Hans Gehm zufrieden. Die Veranstaltung, deren Moderation Katharina Gast, Tigerenten-Club-Moderatorin und Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerks, übernommen hatte, wurde von allen gespannt verfolgt.
Auch Landrat Franz-Josef Diel und die VG-Beigeordnete Elisabeth Öhler waren nach Landau gekommen.

„Es findet eine Wertschätzung statt“, freut sich Gehm. Auch vom Land wurde die Arbeit mit den Projekten gewürdigt und belohnt. „Das macht auch wieder Mut, um wieder weiter zu machen“, blickt der Bürgermeister in die Zukunft.


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