Allgemeine Zeitung

Kommentar

Entlasten und nicht aufbrummen!

Wenn ein Ortsbürgermeister wie in Bärweiler zurücktritt und das nach gerade mal einem von fünf Amtsjahren, dann Ist was faul - am System! Viele der Gemeindespitzen landauf, landab, also nicht nur rund um Sobernheim, klagen über eine Lawine bürokratischer Zusatzarbeiten, ertrinken in einer bevormundenden Vorschriftenflut - um am Ende auch noch haften zu müssen, wenn etwas schiefgeht. Und das alles auf ehrenamtlicher Basis. Für ein Schmerzensgeld, das nicht im Mindesten den zeitlichen Aufwand deckt? Der Rücktritt Thomas Franzmanns in Bärweiler ist bedauerlich, aber er hilft, wenn wir ihn als Signa! an hauptamtliche Politiker und Verwaltungen auf allen Ebenen verstehen: Entlastet die Ortsbürgermeister endlich - und brummt ihnen nicht eure Arbeit auf.

Gesucht: Allrounder mit Rückgrat

Urwahl Bärweilerer Kandidatensuche könnte Diskussion über ehrenamtliche Spitzenämter auslösen

VG Bad Sobernheim. In Bärweiler setzen sie ihre Suche nach kurzer Pause fort, so wie einst in Weiler: Gesucht ist erneut ein Ortsbürgermeister, nachdem Thomas Franzmann (wir berichteten gestern) seinen Rücktritt aus "persönlichen Gründen" erklärt hat. Schon die Nachfolge Hans Gehms war 2014 nur schwer zu sichern, weil anfangs keiner wollte.

Wir halten fest: Der Ortsbürgermeister - früher eine Ehrenaufgabe, ist heute ein Job, um den sich keiner schlägt. Weil er unendlich viel Zeit kostet, ständiges Aktenstudium verlangt und reichlich Rückgrat erfordert, wenn's hart auf hart kommt - und auch sonst muss schmerzfrei sein, wer sich dieses Amt "antut". Denn ob Niederlage oder Sieg - dem Spitzenmann/der Spitzenfrau wird angelastet, wenn was in die Hose geht. Bei Erfolgen dagegen springen alle auf, gönnen dem Initiator selten seinen Triumph allein.
Sich ein solches Ehrenamt "antun"? So sieht es VG-Bürgermeister Rolf Kehl nicht. Nach wie vor sei es reizvoll, an die Spitze einer Gemeinde zu streben: "Gestalten, anschieben, Motor sein," Das sind für ihn die Argumente, ein solches Ehrenamt auch 2015 noch anzupeilen. Sicher, ein Ortsbürgermeister müsse heutzutage Allrounder sein, mit technischem und administrativem Wissen und vor allem kommunikativen Fähigkeiten, wenn es ums Überzeugen oder Repräsentieren gehe. "Es kommt auf den Amtsinhaber an", weiß Kehl um die individuelle Arbeitsweise und Amtsauslegung.
Daher biete seine Verwaltung - ",Wir sind die Schreibstube der Gemeinden" - immer volle Unterstützung. Kehl sagt: "Man muss sie nur konsequent nutzen."

mz


 

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