Bärweiler hat wieder einen Bürgermeister

Gemeinderat Horst Schwerer ins Amt eingeführt - 2016 sind keine größeren Investitionen im 233-Seelen-Dorf geplant
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2016 02 05

Ortsbürgermeister Horst Scherer (links) und der Erste Beigeordnete Harald Skär nahmen sich gegenseitig den Amtseid ab.
Foto: Bernd Hey

Sieben Einwohner verfolgten in Bärweiler die konstituierende Gemeinderatssitzung in Bärweiler im Haus am Dorfplatz, wo Horst Scherer zum neuen Ortsbürgermeister und Harald Skär zum Ersten Ortsbeigeordneten gewählt und ins Amt eingeführt wurden. Die Neubesetzung war notwendig gewordene weil Thomas Franzmann Anfang Oktober nach elf Monaten sein Amt niedergelegt hatte. Das jetzt gewählte Duo hatte seitdem die Geschicke des 233-Seelen-Ortes geleitet.Der 72-jährige Ex-Verwaltungsbeamte Horst Scherer ist ein Bärweiler Urgestein. Harald Skär koordiniert bei der Kreisverwaltung die Öffentlichkeitsarbeit und plant zur 200-Jahr-Feier das Bürgerfest Mitte Mai im Freilichtmuseum. Es war ein feierlicher Akt, den beide sinngemäß mit der Bibellosung "Suche der Stadt, dem Ort, sein Bestes" krönten. Die Bürger freuten sich, dass Bärweiler "endlich wieder einen Bürgermeister hat".
Dass ein weiterer Beigeordneter gewählt wird, gilt als wahrscheinlich. Die Wahl der Nachrücker im Rat musste wegen Stimmengleichheit geheim unter Federführung des VG-Büroeiters Rainer Link ausgelost werden. Vier mögliche Kandidaten für einen freien Platz sind der Reihenfolge nach Jörg Theobald, Heiko Fritz, Marcus Fries und Marion Fuhr.

2014 Defizit statt Überschuss
Den ersten Bärweilerer Doppelhaushalt präsentierten VG-Bürgermeister Rolf Kehl und Haushaltssachbearbeiterin Tatjana Herzog. Kehl stellte den aktuellen VG-Etat mit den Schwerpunkten Rathausumbau, zwei Hilfeleistungslöschfahrzeugen für 520000 Euro, Umbau der Gerätehäuser in Monzingen und Odernheim und 1,8 Millionen Euro für die Schwerpunktgrundschule Monzingen vor und überbrachte die freudige Nachricht, dass die VG-Umlage um drei Punkte von 38 auf 35 von 100 (ein Punkt entspricht 182 000 Euro Entlastung für die Gemeinden) gesenkt wurde (wir berichteten). Gegenüber 2015 zahlt Bärweiler in diesem Jahr 57 000 Euro VG-Umlage - mehr als 9000 Euro weniger.
Für 2014 war im Ergebnishaushalt ursprünglich ein Überschuss von 8700 Euro geplant gewesen. Tatsächlich kam es zu einem Defizit von 29 099,51 Euro. Der Grund: Im Wesentlichen fehlten die Erträge aus der Windenergie wegen späterem Baubeginn. Jetzt sollen sich ab 1. Juli 2016 die beiden Windräder drehen. Trotzdem könnten in der mittelfristigen Finanzplanung alle weiteren Haushaltsjahre bis 2019 mit freien Finanzspitzen und schwarzen Zahlen als zufrieden stellende Jahre bezeichnet werden, sagte Kehl. Einziger Wehrmutstropfen: Die hohe "Bugwelle" von knapp 300 000 Euro an Liquiditätskrediten. Sie sollen durch künftige Überschüsse getilgt werden.

Gemeindearbeiter gesucht
Aktuell wird 2016 im Ergebnishaushalt mit einem Überschuss von 13 800 Euro geplant, wobei sich trotz höherer Einkommensteuer beim Gemeindeanteil in Höhe von 12 200 Euro eine Verschlechterung von etwa 1800 Euro abbildet. Die geringeren Umlagezahlungen an Kreis und VG (11 700 Euro) "gleichen die Einbußen bei den Schlüsselzuweisungen in Höhe von 26 400 Euro nicht aus", bedauerte Tatjana Herzog.
2017 wird bei ähnlich Erträgen in Höhe von 276 500 Euro und Aufwendungen von 257 800 ein Überschuss von 18 700 erwartet, im Finanzhaushalt ein Plus von 34 900 Euro. Von den fehlenden Einnahmen in Höhe von 50 000 Euro aus der Windenergie für Wegenutzung und Durchleitungsrechte wurden jetzt 10 000 Euro an die Gemeinde überwiesen. Dadurch konnte Bärweiler für 2014 und 2015 jeweils 3700 Euro Eigenanteil am Kommunalen Entschuldungsfonds (KEF) leisten.
Der Austausch von 14 LED Leuchtkörpern an den Straßenlampen wird vorbereitet. Neben 20 Prozent Zuschuss könnte die Jagdgenossenschaft einen erheblichen Anteil zu den 8000 Euro Kosten beisteuern - Gespräche laufen. 1000 Euro stehen für eine Risssanierung der Straßendecke bereit. Neu im Etat stehen 2500 Euro für Granitplatten des geplanten Wiesengrabfeldes, die Renovierung des Gemeindehauses und 1500 Euro für die Wegeunterhaltung. 7400 Euro sind für das Baumkataster eingestellt. 3200 Euro als Restzahlung für die Landabgabe (L 376).

Im Investitionshaushalt werden Mittel für den Erwerb eines Grundstücks im Sondergebiet Windenergie (25 Jahre jährlich etwa 2500 Euro) bereitgestellt. Die Finanzierung des Kaufpreises erfolgt durch die jährlich zu erwartenden Entschädigungszahlungen von etwa 3000 Euro. Außerdem ist die Erneuerung der Bänke des Dorfinfopfades geplant. Größere Investitionen sind nicht geplant. Die Hebesätze bleiben unverändert. Aktuell sucht Bärweiler einen Gemeindearbeiter.

 


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