Mit bunten Steinen gegen Corona- Tristesse

In und um Bärweiler herum waren Kinder und Jugendliche kreativ - Bilder auf grauem Grund hinterlassen
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger
2020 05 25 Rheinzeitung
Junge und kreative Künstler: Marie Bender (von links), Emilia Blasius sowie Maximilian Blasius bemalten wunderschöne Steine und verteilten sie in Bärweiler.

Von unserem Mitarbeiter
Bernd Hey

 • Bärweiler. Eine Entdeckerwanderung durch Bärweiler und durch die Gemarkung ist in diesen Tagen und Corona-Zeiten etwas ganz Besonderes. Auf einem vorbildlich gepflegten Dorfinformationspfad leben an mehreren Stationen nostalgische Erinnerungen längst vergangener Tage auf Agendatafeln auf.
Das Steinmännchen namens Langensteini, symbolisch ist es das Wahrzeichen des Ortes in Anlehnung an die Langensteine, erzählt die Geschichten dazu. Etwa wie um 1870 die Gebäude angeordnet waren oder wie vor genau 100 Jahren Ernst Köhler seine Schmiede in der Hauptstraße 19 eröffnete oder 1955 das alte Spritzenhaus gebaut wurde. Und schon vor 210 Jahren notierte Pfarrer Webner: "Der Speicher im Pfarrhaus war nicht gebortet ... alles war in elendstem Zustand."
Viele Jahre später wurde das Pfarrhaus "abgebrochen". Für das neue Gebäude wurden am 18. Februar 1895 im Gemeindesaal die Arbeiten "für 462 Kubikmeter Mauersteine und 14,56 Kubikmeter Hausteine im hiesigen Steinbruch" vergeben.
So wie Anette Franzmann informierten unsere Zeitung dieser Tage mehrere Bürger über ganz andere liebevoll gestaltete Steine, die um den Ort herum, auf Mauern, Feldwegen, in der Vordergasse oder am Friedhof liegen. Was steckt dahinter? "In Corona-Zeiten die Welt etwas bunter gestalten und den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern", sagte Udo Blasius. Das war das Ziel und habe allen Beteiligten großen Spaß bereitet, sei Zeitvertreib und Ausgleich zu Kurzarbeit und zur schulfreien Zeit gewesen. So entstanden geradezu kleine Kunstwerke, Unikate mit Pfiff, tiefsinnigen Sprüchen und gut gemeinten Ratschlägen wie etwa:
"Das Leben ist kein Wunschkonzert, aber manchmal spielt es dein Lieblingslied" , "I Love Bärweiler" oder, auf die Steine bezogen, "Der Mensch ist umso reicher, je mehr Dinge er liegen lassen kann".
Viele Leute hätten ihren Spaß daran, seien überrascht und erfreuten sich an den Steinen, sagte Marie Bender. Die 14-Jährige besucht die achte Klasse im Emanuel-Felke-Gyrnnasium in Bad Sobernheim. Ihre Mutter Corinna Bender unterstützte ihre Tochter wie auch der in Bärweiler lebende Udo Blasius seine beiden Kinder Maxi und Emilia. Sie sammelten auf ausgedehnten Spaziergängen in Wald und Flur Steine, die unterschiedlichen Motive ähnelten. Beispielsweise wurde dann ein Fuchs oder ein Fuß entsprechend angemalt: "Stein ist nicht gleich Stein", sagten die Schüler und waren selbst über die Vielfalt glatter Kieselsteine erstaunt und angetan von bunt marmoriert -gefleckten Grauwacken, Sandsteinen, Granit sowie anthrazitfarbenem Basaltgestein.
Für Corinna Bender ist als gelernte Blumenfachverkäuferin Kreativität nicht Neues, doch trotzdem war für sie wie auch für Udo Blasius, der als Kfz-Meister und Kfz-Sachverständiger im Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist, diese Tätigkeit inspirierend. Zu Hause lagen viele Acrylfarben, Filzstifte, alte Farben oder Windowscolor-Vorlagen, Schablonen und Biene-Maja- oder Sonnenscheinmotive. Schnell war in Gottes freier Natur in einem Garten in der Vördergasse am Ortsrand ein passendes Atelier samt Baumhaus und Kinderparadies gefunden.


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