Ausblick 2008 - Ein-Euro-Jobber wichtig für das Dorf

Pläne der Ortsbürgermeister in der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim
mit freundlicher Genemigung
Öffentlicher Anzeiger

 

15. 01. 2008 - BÄRWEILER

Was planen die Ortsbürgermeister für das Jahr 2008? Was lässt sich überhaupt realisieren? Das wollte der "Oeffentliche" wissen und fragte nach.

BAD SOBERNHEIM. In den Dörfern steht vieles auf der Wunschliste. Trotz schlechter finanzieller Lage schafft zum Beispiel Bärweiler immer wieder Außerordentliches.
Mit Hecken schneiden, Gräben ausheben und einem großen Frühjahrsputz hatte in Bärweiler das vergangene Jahr begonnen. Rund 30 Bürger putzten ihr Dorf innerhalb von drei Stunden blitzeblank. Im April wurden dann die Unterlagen für den Jugendwettbewerb von "Unser Dorf soll schöner werden" zusammengestellt, vor allem mit Blick auf die Zukunftssicherung durch einen Anschluss an das DSL-Netz erhoffte man sich Chancen, die aber nicht mit einem Preis belohnt wurden. Nichtsdestotrotz wird es -nicht nur zur Freude von Ortsbürgermeister Hans Gehm - in diesem Jahr einen 16000er-Anschluss an DSL geben. Rund 3000 Euro Eigenanteil müssen hierfür aufgebracht werden.

100 Kalender verkauft
Erlöse aus dem erfolgreichen Dorffest im Juni wandern wieder an die Gemeinde, die damit die Innenrenovierung der Gemeinde- halle und die Anschaffung einer Getränkekühlanlage finanzieren will. Die beiden Wirtschaftswege Heimbacher Weg und Birkenflur wurden mit einem neuen Belag versehen, und die 100 neuen "Bärweiler-Kalender" sind ausverkauft.
Die Vorstellung der Ergebnisse aus der Fortschreibung des Dorferneuerungskonzeptes durch Moderatorin Natalie Frantzen brachte gleich ein konkretes Ergebnis. In Sachen 'Förderung des ländlichen Tourismus' schwebt den Bärweilerern schon lange ein schöner Rundweg um die Gemeinde herum vor. Die Moderatorin wiederum war auf der Suche nach einer Gemeinde, die einen Dorfpfad realisieren würde. Frantzen will die Konzeption erstellen und sie Bärweiler schenken.
Im Rahmen des Dorferneuerungs- konzeptes sollen Pläne weiter geprüft werden, beispielsweise im Haus am Dorfplatz einen Kiosk einzurichten, um in Zukunft die Grundversorgung gewährleisten zu können, oder auch ein zunächst wöchentlich einmal geöffnetes Cafe.
Mit Hilfe des Ein-Euro-Jobbers konnte 2007 wieder einiges bewegt werden. In diesem Jahr darf die Gemeinde ebenfalls mit dieser Unterstützung rechnen. Gehm betont, dass es noch vieles gibt, "was einfach so läuft". Die Pflege der Grünanlagen beispielsweise oder das Beschaffen von Blumen durch die Landfrauen. "Ohne die Vereine und ehrenamtlichen Mitbürger, die alle an einem Strang ziehen, hätte das Bestreben eines Ortsbürgermeisters wenig Erfolg."
Neben Renovierungs- und Streicharbeiten auf dem Spielplatz hat sich Bärweiler für dieses Jahr vorgenommen, einen neuen Pächter für das Gelände des Sportplatzes zu finden. Auch für die Gemeindewohnung wird ein Mieter gesucht. Für die Sanierung der Gemeindehalle und die Anschaffung der Kühlanlage müssen rund 10 000 Euro über Spenden und Eigenleistung aufgebracht werden. Hans Gehm ist zuversichtlich, dass das funktioniert.
Auch die Dorferneuerung soll trotz schlechter Haushaltslage weiter betrieben werden. Im Gegensatz zum Haushaltsansatz von 93 000 Euro Fehlbedarf 2007 werden es wohl weniger als 85 000 Euro "Miese" sein. Für die kommenden Jahre ist aber stets ein Fehlbedarf von rund 30 000 Euro prognostiziert -ein Problem, das aus eigener Kraft nicht zu schultern ist.
Ein Defizit über mehr als 170000 Euro belastet den Haushalt der Ortsgemeinde Nußbaum ungemein. Entstanden ist diese Lücke durch den Ausbau der Straßen, der teilweise unvorher- gesehen teuer wurde und bei dem die Gemeinde in Vorleistung getreten ist. Aber obwohl die Arbeiten nun schon lange abgeschlossen sind, gab es bis jetzt noch keine Endabrechnung. Die wird erst im Frühjahr auf die Anlieger zukommen. Mittels Dorfflurbereinigung stehen nach der Vermessung auch jetzt erst die genauen Grenzen fest, konnte geklärt werden, wie weit die Kreisstraße in private Grundstücke und private Grundstücke in die Kreisstraße hinein reichten. All das musste als Grundlage für die Endabrechnung geklärt werden.

Kein Spielraum mehr
Ortsbürgermeister Werner Sponheimer sieht für dieses Jahr daher auch gar keinen Spielraum für neue Projekte. Schon 2007 musste die geplante Verbreiterung der Einfahrt zum Gemeinschafts-haus, für die eine Mauer abgerissen werden muss, verschoben werden. Die rund 8000 Euro teure Maßnahme kann eventuell in diesem Jahr angegangen werden. Ansonsten herrsche "Armut hoch drei", so Sponheimer.
Immerhin gab es den Trost, dass der Forsthaushalt im vergangenen Jahr entgegen der Prognose eines Defizits in ein Plus von mehr als 4000 Euro mündete. Ehrenamtlich hatten Helfer auf dem Friedhof das Treppengeländer ange -strichen. Der neue Verein ist dabei, Mittel für die Sanierung des Hauses im Dorfmittelpunkt zu beschaffen. Der Aufbau eines Backes' sei zwar wünschenswert, Pläne seien vorhanden, "die Durchführung ist aber schwierig". (sr)

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