Nach Jahrzehnten ausgeglichener Etat

RAT Bärweilers scheidender Bürgermeister Hans Gehn hinterlässt ein bestens bestelltes Feld / Nachfolger noch nicht in Sicht
Allgemeine Zeitung

 

10.02.2014 - BÄRWEILER
Von Wilhelm Meyer

Von einem Gedrängel um seine Nachfolge als Bürgermeister in Bärweiler hat Hans Gehm noch nichts bemerkt. „Da steht noch nichts fest“, macht er deutlich. Gehm selbst wird aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nach zehn Jahren im Mai nicht wieder für das Amt kandidieren. Auch als Ratsmitglied will Gehm nicht zur Wahl stehen. Es sei nicht gut, so Gehms Einschätzung, wenn ein Nachfolger seinen Vorgänger immer vor der Nase habe. Doch selbstverständlich werde er nach Bedarf mit Rat und Tat seine Unterstützung anbieten. Dabei stehen die Dinge in Bärweiler keineswegs schlecht. Für 2014 legt die Gemeinde erstmals seit Jahrzehnten wieder einen ausgeglichenen Haushalt vor. Gehm selbst kann sich aus den 20 Jahren, die er im Rat gearbeitet hat, an kein solches Ereignis erinnern. Einzig Horst Scherer, mit mehr als 40 Jahren das dienstälteste Ratsmitglied der Gemeinde Bärweiler, konnte das, musste allerdings ganz ganz tief in seinem Gedächtnis graben.


ABWARTEN

Eine Teilnahme am Landeswett-bewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ lehnt der Gemeinderat in diesem Jahr ab. Erst, so Bürgermeister Hans Gehm, wolle der Rat abwarten, wie sich die Verhältnisse nach der Wahl ordnen werden.
Man wolle jetzt keine Entscheidung treffen, die vom nächsten Rat zu tragen wäre.

Erlös aus Windkraft hilft

325 300 Euro Einnahmen stehen im Ergebnishaushalt 316 600 Euro Ausgaben gegenüber und im Finanzhaushalt ergibt sich mit 289 700 Euro an Einzahlungen gegenüber 268 100 Euro an Auszahlungen ein Saldo von 21 600 Euro. „Schuld“ daran werden, wie in anderen Orten ähnlich, Einnahmen aus der Errichtung und dem Betrieb von Windenergieanlagen auf Bärweilerer Gemarkung sein. Doch ganz so wie woanders verhält es sich in Bärweiler nicht. Keine der beiden geplanten Anlagen wird nämlich auf Bärweiler Gemeindegrund zu stehen kommen (AZ berichtete). Gemeinsam mit dem Betreiber der Osnabrücker ENP Wind GmbH wurde ein besonders, auf die Bedürfnisse der Gemeinde und der Grundstückseigentümer angepasstes ,Pachtmodell erarbeitet. So bekommen in Bärweiler nicht wenige viel, sondern möglichst viele etwas, und dabei ist auch die Gemeinde. Mit je 20 000 Euro für jede der geplanten beiden Anlagen würde der Bärweiler Haushalt gar auch dann noch ausgeglichen dastehen, wenn wider Erwarten nur eines davon realisiert würde. So könne man, rechnet Gehm, nun endlich auch mit der Tilgung der Kassenkredite beginnen. Ebenfalls über die zusätzlichen Einnahmen kann die Teilnahme am Entschuldungsfond des Landes bei einem Eigenanteil der Gemeinde von 3700 Euro bestritten werden.

Weiterhin Eigenleistung

Ein Ende der Bärweiler Sparsamkeit und des ehrenamtlichen Engagements befürchtet Gehm nicht. Nach der letztjährigen Renovierung von Jugendraum, Bolz- und Spielplatz, die mit Unterstützung der RWE im Rahmen des Programms „Mitarbeiter vor Ort“ in Eigeninitiative realisiert werden konnte, will das Dorf sich auch in diesem Jahr mit einer Initiative engagieren. Der Bouleplatz soll endlich fertiggestellt und mit Bänken und Tischen versehen werden. Gedrosselt wird das Engagement der Gemeinde hinsichtlich der Märkte im Rahmen des Programms Grundversorgung. Den Händlern ist es freigestellt, an den jeweiligen Samstagen im Monat ihren Platz zu beziehen, die Gemeinde selbst wird lediglich bei zwei größeren Märkten mit einem eigenen Programm vertreten sein. 13 der 17 Anbieter hätten, so Gehm, für den Frühlingsmarkt am 10. Mai und den Herbstmarkt am 27. September schon zugesagt. In diesem Jahr stehe neben der Einrichtung des Bouleplatzes ein Ausbau des Dorfinfopfades und die Instandsetzung von Wirtschaftswegen an. In der Grundversorgung werde neben den Märkten der Computerraum der Gemeinde mit den gut besuchten Kursen weiter aufgerüstet. PCs werden technisch aufgerüstet, die Software auf den neusten Stand gebracht. In Eigenleistung werde man die Wartung der Straßenbeleuchtung übernehmen, kündigte Gehm an. Dabei werde man beim Wechsel von Lampenköpfen, wenn möglich, einen Austausch zu LED-Beleuchtung vornehmen.

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