Bad Sobernheimer Dörfer zehren aus

Bad Sobernheimer Dörfer zehren aus
Allgemeine Zeitung

 

04.04.2013 - BAD SOBERNHEIM

Die Verbandsgemeinde Bad Sobernheim hat zwischen 2007 und 2012 immerhin 422 Bewohner verloren, geht aus der Statistik des Haushaltsplanes hervor. Mit diesen gut zwei Prozent Verlust steht die Verbandsgemeinde aber immer noch besser da als einige ihrer Gemeinden.

So müssen Auen (187 Einwohner, minus 29), Ippenschied (143, minus 23) oder Kirschroth (264, minus 36) Aderlässe verkraften, die über zehn Prozent liegen und die Gemeinschaft solch kleiner Gemeinden schon sehr treffen. 17 Dorfbewohner weniger bei jetzt 96 Bewohnern bedeuten etwa für Langenthal schon eine bedenkliche Bilanz. Bärweiler übrigens, vor Jahren mal von Studenten der Mainzer Uni so forsch wie falsch als Prototyp des sterbenden Dorfes bezeichnet, bleibt bei 255 Einwohnern und einem Minus von 22 innerhalb der vergangenen fünf Jahre prozentual noch im einstelligen Bereich. Das Dorf stemmt sich unter weitblickenden Bürgermeistern seit langem gegen den Trend, Dorfmarkt oder Computerschule für Senioren reden da eine deutliche Sprache.

Nur Merxheim wächst

Bärweiler Schwung würde sich wohl auch Lauschieds Bürgermeister Willi Marx wünschen, der zuletzt noch mal dringend den Wert von Neubaugebieten fürs Überleben seines Dorfes betont hatte. Bei einem Verlust von 44 Mitbewohnern im 560-Einwohner-Dorf gehört Lauschied aber derzeit sicher nicht zu den großen Verlierern der Bevölkerungsentwicklung der Verbandsgemeinde.

Treu sind sich auch die Martinsteiner. Trotz des enormen Problems mit der B 41, die das Dorf seit Jahrzehnten teilt und Entwicklungen der Gemeinde blockiert, weist die Bilanz des 309 starken Einwohner-Dörfchen ein Minus von gerade mal sieben in den vergangenen fünf Jahren aus – und legte 2012 gegenüber 2011 sogar noch zu.

Zufrieden scheint man auch in Daubach, das Dorf am Soonwaldrand mit seinen knapp 230 Menschen verzeichnet sogar einen Zuwachs: plus eins. Über diese Tendenz darf sich auch Egon Eckhardt freuen, sein Dorf Merxheim (1462 Bewohner) legte nicht nur um sechs Einwohner zu, sondern ist die einzige Gemeinde im Reigen der großen Dörfer mit einem Plus.

Meddersheims Bürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk muss dagegen mit einem Minus von 57 leben bei 1332 Menschen im Dorf, Odernheims Bilanz liest sich bei 1728 Menschen im Glandorf und einem Verlust von 58 ein wenig freundlicher. Staudernheims Bürgermeister Franz Seiß und sein Gemeinderat müssten sich da schon mehr Gedanken machen: Bei 1406 Einwohnern fiel die Kurve in fünf Jahren um 86. Ob das mit dem Kneipensterben im Dorf zusammenhängt?

Andere können über Abwärtstrends nur lachen: Rehbachs Bürgermeister Reinhold Kessel. Der hat bei 49 Einwohnern und einem Plus von 5 die höchste Zuwachsrate – prozentual.

Und staunen macht die Stadt Bad Sobernheim. Zwar wird Bürgermeister Michael Greiner wissen, wie er diese Zahlen zu werten hat. Aber dass eine knapp 6500 Einwohner starke Kleinstadt wie Bad Sobernheim um 40 zulegen konnte, kommt in diesen Zeiten, die unter dem demografischen Wandel ächzen, sicher nicht häufig vor.

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