17. Jahrhundert

Wählend der Reformation wurde die Kirche in Bärweiler zur Pfarrkirche erhoben. 1605 versuchte der damalige Pfarrer Melchior Beerwein vergeblich, wieder in den Gebrauch der Wittumsgüter (s. Erklärungen) und des Kirchhofes zu kommen.
Aus der Zeit des 30jährigen Krieges (1618 - 1648) ist für Bärweiler wenig überliefert. Doch zog dieser verheerende Krieg in unmittelbarer Umgebung mit all seiner Wucht und seinem Schrecken über das Land hinweg.

1620
nahmen die spanischen Truppen nach Kreuznach, Simmern und Böckelheim auch Sobernheim ein. Von 1631 bis 1632
"befreiten" die Schweden den Naheraum. Auch 1639 durchzogen schwedische Truppen wieder das Land, 1641 nochmals die Spanier und 1644 die Franzosen. Die alte Straße von Mainz über Tholey nach Metz berührte in im mittelbarer Umgebung die Bärweilerer Gemarkung.
Aus einer Akte im Landeshauptarchiv zu Koblenz geht hervor, daß sich auf dem heute teilweise zur Bärweilerer Gemarkung gehörenden Schwarzenberg in jener Zeit eine verlustreiche Schlacht abgespielt haben muß, wenngleich eine genauere Jahreszahl nicht mitgeteilt wird. Es heißt dazu:


...ist zu erweißen, daß in dem 30jährigen Krieg eine Schlacht zwischen dem schwädischen und gegentheiligen Völkern auff dem Schwartzenberg gehalten worden, wobey viel volck geblieben welches auff befehl gndl. Herrschaft von den Meddersheimer und Kirschröthern begraben werden müßen...


18. Jahrhundert

Am 17. Dezember 1709 verpachtete "Carl Wildgral' zu Dhaun Kirburg Rheingraf zum Stein, Graf zu Salm, Herr zu Vinstingen und Püttlingen" dem Johann Michel Hoffmann, dem Lauschieder Schultheiß, sein auf Bärweilerer Gemarkung befindliches Hofgut auf 18 Jahre. Diese Verpachtung galt nicht nur für Hoffmann, sondern in seinem Todesfall auch für seine Ehefrau und seine Erben. Jener Vertrag sollte im Jahre 1728 auslaufen.
Ferner wurde festgelegt, daß Johann Nickel Hofmann dafür an den Wildgraf

"jedes Jahr umb Martini davon uns entrichtet an Pfacht neun Mltr. (= Malter) halb Korn und halb habern in hiesiger Maß".

Anfangs des 18. Jahrhunderts ereilte das Dorf innerhalb kürzester Zeit zweimal ein schweres Los:
1710 und 1719 brannte ein Großteil des Ortes ab. Pfarrer Webner hat in seiner Kirchenchronik hierüber festgehalten:
"Brand 1710"

Es erinnern sich noch mehrere Greise von ihrer Eltern gehört zu haben, daß hiesiges Dorf zweymal abgebrannt sey, worüber die Bestätigung in dem Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde 1711 - 1754 welches auf der Oberschultheißerey zu Merxheim deponiert ist, gefunden wird. ... Es geht die Sage, damals seye das ganze Dorf abgebrannt, daß wenigstens die Pfarrwohnung darunter war, geht daraus hervor, daß der Pfarrer von Abtweiler ad Interim den Gottesdienst zu versehen hatte, daß aber auch die Kirche abgebrannt war, darüber gibt jenes Kirchenbuch ebenfalls Zeugniß im Copulationsregister wo es heißt:
Ao. 1714 30ten October Johann Adam Greulach ... in der eingeäscherten Kirche copuliert...


Wenig später schreibt Webner zum Brand von 1719:

Der 2te Brand wodurch Berweiler heimgesucht wurde, brach Ao. 1719 14. Mai auf Sonntag Rogate gleich nach dem Gottesdienst gegen neun Uhr des Morgens aus.
Die Kirche war also wieder aufgebaut, wahrscheinlich im Jahr 1715 oder 1716, weil man eine Bemerkung über die eingeäscherte Kirche später nicht mehr findet. Innerhalb drei Stunden brannten 19 Häuser ab, auf der linken Seite, wenn man das Dorf heruntergeht.
In dem obersten Haus, wo gegenwärtig Jacob Hofmann wohnt, kam dabei der Eigentümer Philipp Schnell nebst seiner Frau und seinem Sohm von 14 Jahren ums Leben. Sie wurden im Keller erstickt gefunden. Durch diese Unglücksfälle wurde die Gemeinde sehr zerrüttet. Zur Wiedererbauung der Häuser wurden die Waldungen zusammengehauen, und von vielen bedeutende Schulden gemacht, die Kinder und Enkel erbten. Sogar Obstbäume wurden abgehauen, um daraus Bauholz zu gewinnen".


1745 ergeben eine Akte im Schloß Anholt vom 28. Februar und eine am 24. März gleichen Jahres in Dhaun niedergeschriebene Urkunde, daß Christian Otto, Wildgraf zu Dhaun und Kyrburg, Rheingraf zum Stein, Graf zu Salm, Herr von Vinstingen, Püttlingen und Dimmeringen u. a. das heimgefallene faustsche Lehen zu Beerweiler neben anderen zahlreichen Anrechten an Zehnt und Kirchensatz in anderen Orten zugefallen waren.

1750
starb die jüngere Linie Dhaun aus. Im wild- und rheingräflichen Gebiet gewann die katholische Linie Salm-Kyrburg immer größeren Einfluß. Fürst Johann Dominik übernahm die Regierung. Wie kein anderer Wild- und Rheingraf' sorgte er für das Wohl seiner Untertanen und für die Hebung der Volksbildung. Nicht nur in Kirn ließ er zahlreiche Gebäude errichten und unterhalten (z. B. Piaristenkloster und Collegium). Auch in den Dörfern seines Oberamtes entstanden durch seine Initiative zahlreiche Kirchen und Schulen. In Bärweiler wurden damals die katholische Kirche errichtet und eine katholische Schule ins Leben gerufen.

Bis zur französischen Okkupation des linksrheinischen Gebietes gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Bärweiler den Wild- und Rheingrafen zu Kyrburg an. Diese Fürstenherrschaft endete im Jahr 1792 durch die Eroberung des Nahegebiets seitens französischer Revolutionstruppen. Bis zum Oktober des Jahres 1795 wurde der gesamte linksrheinische Raum vereinnahmt und zu Frankreich eingenommen. Im Zuge dieser Einnahme wurde der Kanton Meisenheim geschaffen, dem auch Bärweiler zugehörte.

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