19. Jahrhundert

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft eingeleitet durch die Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 18. Oktober 1813), nahmen Preußen das Gebiet südlich der Nahe ein. Nach dem Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 wurde zwischen Rhein und Mosel und der französischen Grenze, also einschließlich Bärweiler, vom Kaiser von Österreich und vom König von Bayern gemeinsam verwaltet. Nach nur zwei Jahren traten die Herrscher den Kanton Meisenheim an den Landgrafen von Hessen-Homburg ab.

Im späten 19. Jahrhundert erlebte Bärweiler mehrfach eine Änderung seiner verwaltungsmäßigen Zugehörigkeit.

Ab dem Jahre 1869 zählte die Gemeinde zum Landkreis Meisenheim, nachdem es zuvor 1816 dem Hessen-Homburgischen Oberamt Meisenheim zugehörte, um 1866 der Preußischen Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz beizutreten.

An der beginnenden Industrialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm Bärweiler selbst keinen Anteil, da auch schon damals eine gute Verkehrsanbindung zum Nahetal fehlte. Es blieb eine rein agrarische Gemeinde.

20. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) wurden sämtliche männlichen einberufen. Ein Denkmal im Dorf weist auf, dass zwölf Kriegsteilnehmer dem Ersten Weltkrieg zum Opfer fielen.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges bedeutete auch im Gemeindeleben von Bärweiler einen tiefen Einschnitt. Der damalige Gemeindevorsteher Philipp Karl Hofmann stellte eine Kriegschronik der Dorfgemeinde Bärweiler zusammen. Leider reichen seine Eintragungen nur vom Kriegsbeginn bis November 1917. Bei seinen Aufzeichnungen hat er nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die sozialen Auswirkungen des Krieges erfaßt.
Zum Ausbruch des Krieges schreibt er:

Als am 2. August 1914 die Mobilmachung auch in unserem Orte telephonisch bekannt wurde, war eine Folge von Begeisterung unter den Ortseingesessenen, daß alle Heeresangehörigen mutig zu den Fahnen eilten. Es ergaben sich bei den Behörden solche Schwierigkeiten, daß sie Tag und Nacht und nur mit Mühe erledigt werden konnten.

Ganz anders klingt dagegen vom gleichen Verfasser folgende Textstlelle:

Schwere Zeiten. Als... in den letzten Julitagen 1914 der Kriegszustand... über Deutschland verhängt wurde... Durch die telephonische Nachricht gerieten auch unsere Ortseingesessenen in Schrecken und großes Aufsehen ... Die Leute waren auf dem Felde bei dem Kornschneiden als plötzlich die überraschende Nachricht kam und alle mitten tiefbewegt nach Hause eilten, sammelten sich auf den Straßen und klagten sich gegenseitig, was wird uns die Zukunft noch bringen. Als kurz darauf am 2. August der unvergeßliche Tag, der erste Mobilmachungstag, telegraphisch die Nachricht kam, daß unser Vaterland ringsum bedroht ist von einer Welle von Feinden. Gott der Herr wird uns doch schwere Zeiten, zum Sieg hindurchführen, und unserem Vaterlande den goldenen Frieden wieder bescheren.


Der Minister des Innern erließ einen Aufruf an die ländliche Bevölkerung, soweit möglich Kinder aus Groß- und Industriestädten aufzunehmen. Allein 1917 wurden in Bärweiler zwölf, 1918 fünf Großstadtkinder untergebracht. In der gesamten Bürgermeisterei Meddersheim waren es nach einer Angabe des Bürgermeisters Weyrauch 1917- 15 Kinder, 1918-58 Kinder.
Er schrieb dazu:


Die Kinder sahen bei ihrem Eintreffen sehr elend, blaß und abgemagert aus... Jedenfalls ist den Stadtkindern der Aufenthalt sehr gut bekommen, denn munter und gestärkt konnten sie nach einigen Wochen wieder in ihre Heimat ziehen.

Gegen Kriegsende gab es in Bärweiler wie auch in den Nachbarorten zahlreiche Einquartierungen von zurückweichenden deutschen Truppenteilen.
Dieser erste moderne Krieg des 20. Jahrhunderts forderte auch in Bärweiler seinen Tribut. Der von 1914 bis 1917 geführten Kriegschronik ist zu entnehmen, daß bis zu jenem Zeitpunkt zwar acht Kriegsteilnehmer das Eiserne Kreuz erhielten, doch ebenso viele Gefallene und elf Verwundete zu verzeichnen waren. Insgesamt fielen zwölf Kriegsteilnehmer dem Ersten Weltkrieg zum Opfer.

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