Weimarer Republik

Die Weimarer Republik erlebte im linksrheinischen Gebiet zwölf Jahre mit französischer Besatzung.
Im Juni 1920 wurde bei Merxheim ein Schießplatz ("Champ de Tir de Kirn") eingerichtet. Zwischen dem 5. und 11. Juli fanden in der Gegend zwischen Merxheim, Meckenbach, Krebsweiler, Heimbach, Limbach, Kirschroth, Meddersheim und dem Naheufer von Merxheim bis Sobernheim Artillerieschießübungen statt. Die Gemarkung der Gemeinde Bärweiler grenzte südöstlich an das Sperrgebiet. Bärweiler war zumindest in der Anfangszeit stärker von dem Schießplatz betroffen.
In der Zeit vom 21. bis 27. August 1920 veranstaltete die französische Artillerie auf dem Truppenübungsplatz erneut Scharfschießübungen. Auch ein Teil der Bärweilerer Gemarkung lag in der Gefahrenzone. Etwa 60 Hektar der Gemarkung waren hiervon berührt.
Im September 1920 sollten 12 ha innerhalb dieser Gefahrenzone auf Bärweilerer Gewann mit Wintergetreide und 10 ha mit Kartoffeln bepflanzt werden. Nach einer Verordnung des Generals der französischen Rheinarmee erfolgten jene Schießübungen sonntags, montags und freitags von bis 12 Uhr. Während der übrigen Tageszeiten konnten die Landwirte in den betroffenen Flurteilen ihrer Feldarbeil nachgehen.
Der nahe Schießplatz Merxheim berührte auch sonst das Gemeindeleben von Bärweiler recht wenig. Die meisten Nachbarorte mußten dagegen von 1919 bis 1920 und in späteren Jahren bei Truppenübungen eine Vielzahl von Besatzungssoldaten einquartieren.

In den 20er Jahren gab es als Kommunikationsmöglichkeiten nicht nur die Vereine, sondern als Versammlungslokale ein bis zwei Gaststätten. Erst 1928/29 wurde die erste "Kerb" nach Kriegsende im Dorf gefeiert.
Im Gegensatz zu den Großstädten zeigten sich in Bärweiler in den 20er Jahren keine direkten Auswirkungen der sich abzeichnenden hohen Arbeitslosigkeit. Viele Familienmitglieder konnten in der Land- und Forstwirtschaft (z. B. beim Lohen) ein bescheidenes Auskommen finden. Viele Frauen und Mädchen aus Bärweiler, Hundsbach, Lauschied und anderen Orten lebten "in den kümmerlichsten Verhältnissen". Auch den Gelatinewerken Ewald fehlte es an Arbeitskräften.

Die Zeit des Nationalsozialismus

Wie andernorts wurde unmittelbar nach der Machtergreifung in Bärweiler eine "Hitler-Eiche" gepflanzt. Sie stand nahe dem heutigen . Die Gleichschaltungen des NS-Regimes setzten unmittelbar nach der Machtergreifung ein und verschonten auch in der kleinsten Gemeinde das Vereinsleben nicht. Der Kriegerverein richtete zwar nach wie vor Gedenkfeiern für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus. Auch beteiligten sich Kirche und Gesangverein an diesen Aktivitäten. Wie andernorts unterwarf sich der Kriegerverein schon früh der nationalsozialistischen Ideologie:


Der Kriegerverein hat im Frühjahr des Jahres 1933 an den Feiern der Nationalen Erhebung unseres Volkes immer voll und ganz teilgenommen.


Die Jugend - ein wichtiger Faktor nationalsozialistischer Machtpolitik - wurde von Anfang an auch in Bärweiler einbezogen. Mitgliedschaften der Jugendlichen in Vereinen und anderen Organisationen hatten damit faktisch aufgehört zu bestehen. Es wurden genaue Akten angelegt, wer zu welchem Zeitpunkt den betreffenden Massenorganisationen des Dritten Reiches (z. B. Hitler-Jugend (HJ), Bund der deutschen Mädchen (BdM), Jungvolk (JV) usw.) beigetreten war.
Wenngleich am 1. September zunächst nur drei bis vier Mann in den Krieg zogen, so wurden doch später sämtliche wehrfähigen Männer erfaßt. 68 Bärweiler Einwohner leisteten Kriegsdienst. Dies bedeutet, daß fast aus jedem Haus mindestens ein Kriegsteilnehmer zu verzeichnen war.
Bereits im Frühjahr 1940 gingen erstmals Bomben über der Gemarkung nieder, darunter eine Spreng- und mehrere Brandbomben. Sie richteten im Ort keinerlei Schäden an, wenngleich die Krater noch lange nach dem Krieg sichtbar waren. Von den Bombenangriffen der Alliierten mit Fortgang des Krieges blieb Bärweiler weitgehend verschont.

Hart waren die Folgen des Krieges: Von 74 Kriegsteilnehmern kehrten 17 nicht mehr zurück; von acht Soldaten ist bis auf den heutigen Tag das Schicksal ungekärt. Aus einer Familie fielen drei Söhne, von mehreren anderen waren jeweils zwei Tote zu beklagen.
Der letzte Kriegsteilnehmer kehrte erst am 7. Dezember 1949 aus Rußland zurück.
Die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs war schlechter als im Krieg. Rationierungen waren weiterhin die Regel. Bis Anfang 1948 blieben die schon im Krieg verwendeten Lebensmittelkarten im Umlauf.

Nachkriegszeit

Nach der Währungsreform (1948) begann sich wie überall das Leben in der Gemeinde zu normalisieren. 1949 fand erstmals wieder eine Kirmes statt. Ein Jahr später wurde der Turnverein wieder gegründet. Da der Verein über keine Geräte verfügte, führte er zweimal im Winter. Der Eintritt kostete 1 DM je Besucher und diente zur Anschaffung neuer Turngeräte.
Der erste Bürgermeister nach dem Kriege war der auf Gemeindebeschluß gewählte Willi Kistner. Er blieb noch drei Jahre im Amte.
1950 zählte der Ort 420 Einwohner - die höchste Einwohnerzahl des 20. Jahrhunderts. Diese Zahl ist darauf zurückzuführen, daß sich zwölf Heimatvertriebene und Flüchtlinge darunter befanden. Auch Bombengeschädigte aus den Großstädten fanden vorübergehend in Bärweiler eine Unterkunft. Ein Großteil dieser Zuwanderer kehrte nach Wiederherstellung ihrer Wohnungen an neue Arbeitsplätze in ihren angestammten Städten zurück. Von den Heimatvertriebenen blieben nur einige wenige in Bärweiler oder den angrenzenden Orten wohnen.

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