13. - 15. Jahrhundert

Am 14. März 1283 nahmen die Wildgrafen Emich von der Kyrburg, der Vater von Konrad und Gottfried Raub, und Gottfried von Dhaun eine Teilung ihrer Güter in Flonheim, Monzingen, Hausen bei Rhaunen und anderen Orten vor. Genannt werden hierbei u. a. ein Hof zu Hausen und Besitzungen in den Dörfern "Buntenbach" (Bundenbach), Blickersaue und "Wapenroth" (Woppenroth).
Die auswärtigen Leute des Hofes in Hausen sollten durch die Straße geteilt werden, welche von Meisenheim zum Langenstein (bei Bärweiler), dann nach "Hostede" (Hochstädten) verlief und von dort über die Straße "Veldencia" (Veldenz) bis über "Runa" (Rhaunen) hinaus an der alten Mühle vorbei bis nach "Lauferswilre" (Laufersweiler) und "Enckerich" (Enkirch) führte.
Alle Leute, die östlich dieser Straße nach dem Rhein zu wohnten, sollten dem Wildgrafen Emich von Kyrburg, diejenigen aber, die westlich der Straße, den Wäldern zu, wohnten, Gottfried von Dhaun zufallen.

Am 6. Dezember 1363  wurde, in der ersten urkundliche Erwähnung   des Dorfes Bärweilers, folgende Vereinbarung getroffen:

Wildgraf  Friedrich von Kyrburg sollte nach Ablauf von vier Jahren den Rittern Johann Fust, Lamprecht und Conrad, Gebrüder von Stromberg, diese ihm verkaufte Gülte gestatten. Sie war also mit Lehen zu Berwilre verbunden. Voraussetzung war, dass die genannten Personen ihm bis zu jenem Zeitpunkt 220 Turnosen (Silbergroschen) 'genug gethan' hätten. Falls diese nicht innerhalb von vier Jahren die Korngülte ablösten, konnten dies Henrich, Rudwin, Ritter, und Siegfried, Gebrüder von Stromberg, oder deren Lehenserben oder die Herren Konrad und Emrich, Ritter, und Heinrich, Gebrüder von Mirksheim (Merxheim) tun.

Am 14. Februar 1375 verkaufte Thilman, Herr zu Heyntzenberg, dem Otto, Wildgrafen zu Kirburg, und Agnes, seiner Hausfrau, zahlreiche, namentlich aufgeführte Hörige in Lympach (Limbach), Berwilre, Leylbach (Löllbach), Schwinscheit, Seibach, Syende, Nieder-Meckenbach, Medersheym, Meckenbach, Oberhondsbach usw. Aus Bärweiler wird ein "Wilhelm von Berwilre" genannt.


 
Auch 1377  findet der Langenstein in dem Weistum der "Kirner Marktmeile" Erwähnung. Der betreffende Auszug des Weistums lautet:

"Dis ist die martmyle (= Marktmeile) und get an zu Oberhosenbach an dem cruze, und gein (= gegen) Wapenrot an den lichten bule, und vort gein Sessebach an die velse, von dort zu Viller an die Ruhe und vort gein Berwiller an den langen Stein, von dannen an Lympachs crutz und vort gein Perich an den hane...

Das Weistum nennt hier nur die Hauptpunkte (Oberhausen, Woppenroth, Seesbach, Weiler bei Monzingen, Bärweiler, Limbach und "Perich" (?) der Grenzen eines Bezirkes, innerhalb dessen den Wildgrafen als Landesherrn die Hochgerichtsbarkeit über Räuber und Mörder, also der Blutbann, zustand.
Genauere Hinweise zum Ort Bärweiler finden sich allerdings erst im 14. Jahrhundert, wenngleich das Dorf, wie auch der Ortsname nahe legt, wesentlich älter sein dürfte. Bärweiler war eine Herrschaft, die als wildgräfliches Burgmannenlehen der Kyrburg Teil einer 'Ganerbenschaft' (= Miterbschaft) war. Unter den Ritterfamilien lassen sich u. a. urkundlich die Fauste von Stromberg und die von Merxheim nachweisen.

Am 19. April 1382 verkauften die Gebrüder Johann und Brenner von Stromberg ihren Anteil am Dorf, Gericht und Leuten zu 'Berwilre' mit seinem Zubehör, womit die Anrechte in Bärweiler schrittweise durch Kauf und Ledig werden an die Wildgrafen zurückfielen.
Nach dem alten Mannbuch in Coesfeld standen Lamprecht Fuste von Stromberg in Bärweiler 24 Malter Korngülte zu.

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