15. Jahrhundert

Am 26. Juli 1412 gab Johann Wildgraf zu Dunen (Dhaun) und zu Kirburg die Pfandschaft dem Rorich von Merxheim, um 100 Gulden (fl.) zu lösen. Ferner legte die Urkunde fest, dass das Recht der Wiederlösung für Brenner und den Wildgrafen Johann bestehe. Dieser hatte die Vorderhand. Die verpfändeten Güter waren also Lehen des Wildgrafen Johann von Dhaun.
Über drei Dörfer im Bezirk des Heidenweistums stand das landesherrliche "Dominium directum" ( Obereigentum des Lehnsherren) den Grafen von Veldenz seit alter Zeit zu: Hundsbach, Merzweiler und Nieder-Eisenbach.
Nach dem alten Veldenzer Mannbuch hatte Johann Boos von Waldeck am 11. Februar 1417 u. a. zu Lehen:
seinen Teil an Hundeszbach Gericht, Leuten, Zinsen (öffentlich-rechtliche Abgaben), Gülten (allgemeine Abgabe vornehmlich von Ernten) und was dazu gehörte sowie einen Teil an den Unterzügen (= Freizügigkeit) zu Huntsbach, Berwilre, Merxheim, Mederszheim, Langenhard (= Wüstung Langert bei Bärweiler).

Am 21. April 1422 erhielten Johann und Philipp Gebrüder Boos von Waldeck u.a. als Lehen wiederum Hondiszbach, das Dorf und Gericht, mit dazugehörigen Zugesleuten, Zinsen, Gülten und Unterzügen zu Hondiszbach, Berwilre usw.

Am 13. September 1426 kam es zu einem Vertrag zwischen Brenner von Stromberg über das Dorf und Gericht zu Berwilre mit Zubehör. Lamprecht Fust von Stromberg erhob am 13. Mai 1427 in Bärweiler als jährliches Kyrburger Lehen 24 Malter Korngülte.

Am 9. Februar 1432 erschien in einer weiteren Urkunde Hermann Boos von Waldeck. Er bewidmete seine Frau Schonette von Sien auf 10 Gulden (fl.) auf die Lehen, die er von Friedrich Graf zu Veldenz trug, u. a. in Hundsbach, zu 'Luschet' (Lauschied) und 'Berwiler'(Bärweiler) die Leute, die seinem Schultheißen Fogler befohlen waren.

Am 7. Juli 1434 wurde die Korngülte zu 24 Malter dem Johann Fuste und am 27. Dezember 1457 dem Lamprecht Fuste von Stromberg als Pfandlehen der Herrschaft Kyrburg verliehen.


Um 1460 wird Bärweiler im Gerichts- und Grenzweistum über das Heidengericht zu Sien oder das Landgericht in der "Winterhauch" erwähnt. Der auffällige Langenstein diente wiederum als Grenzmal. Noch heute befinden sich auf dem rückwärtigen Fels Grenzmarkierungen, wenn der Fels von Norden her über eine kleine natürliche Brücke bestiegen wird. Fälschlicherweise wurden diese Markierungen von 12 cm Durchmesser und 10 cm Tiefe als "Näpfe" gedeutet und mit einem Opferkult und ähnlichen Erscheinungen in Verbindung gebracht. Tatsächlich handelt es sich hierbei um Grenzmarkierungen, die meistens im 13. und 14. Jahrhundert angebracht wurden. Sie bezeichneten im Hochmittelalter vor der Einführung des Kreuzes als Grenzzeichen den Grenzpunkt

16. Jahrhundert

Vor der Teilung von 1515 gehörte Bärweiler - wie auch Kirn, Sulzbach, Desloch, Nieder- und Oberhundsbach - zum wildgräflichen Amt Kyrburg.
Im 16. Jahrhundert stand der 'Zehnte' den Wild- und Rheingrafen zu. In der für diese Familie typischen Weise hatte die Wild- und Rheingräfin Anna von Kyrburg nach Aussage der Einnehmer der Türkensteuer von 1542 die Güter der Kirche ausgeliehen und nahm die Pacht selber ein. Sie besaß nach wohl auch den Kirchsatz. Vermutlich wurde auch der Geistliche an der genannten Kapelle (1507) bezahlt.


1515
zählte Bärweiler zum wild- und rheingräflichen Amt Kyrburg. In jenem Jahr kam es zu einer Teilung der wild- und rheingräflichen Ländereien zwischen den Wild- und Rheingrafen Philipp (von Dhaun) und Johann VII. (von Kyrburg), beides Söhne des Wild- und Rheingrafen Johann VI., die im Jahre 1499 die Nachfolge ihres Vaters angetreten hatten.

Überliefert ist aus jener Zeit auch ein Auszug des "Berwyler Kirberger ampts wystum" (= Weistum):

Scholtes und scheffen doselbst wyßen und herkennen u.(unseren) gn.(ädigen) h.(erren) die Ringrafen wilcher Kirberg inhait, vor obergeriechtshern uf der syten nach der kirchen zu und uf der syten do auch die kirch uf stete; die ander syten setzen sie uf die lehenbrief, so die Fust haben, dieselbigen zu besiechten, ob sie der syten geriechtshern sint oder nit, menlichem sins rechten unverlustig. Ir wystum ist gar irrig, deshalb nit dann wie itz (-jetzt) gehort ufgeschr. Fron wißen sie denen die uf u. gn. h. syten zum jar eyn mail ghen Kyrberg und pacht und frucht auch schuldig dar zu foren.


Aus diesem Weistum ergibt sich, daß auch im 16. Jahrhundert außer den Wild-und Rheingrafen (Kyrburg) noch die Fuste von Stromberg Anrechte im Dorf besaßen. Entsprechend war der Ort nicht nur in seiner Zugehörigkeit zweigeteilt. Auch die Abgaben wurden entsprechend aufgeteilt.
Die damalige Kirche (heute: evangelische Kirche) diente bei der Unterteilung des Dorfes in die betreffenden Zugehörigkeiten als Orientierungspunkt. Nach dem Aussterben der Familie von Merxheim (1440) erhoben die Fuste Anspruch auf die Nachfolge in der 'Ganerbenschaft' (= Miterbschaft). Zwischen den Fusten von Stromberg und den Wildgrafen kam es diesbezüglich zum Streit, der 1508 noch nicht beseitigt war.

Erst 1556 lösten die Nachkommen der genannten Parteien die Rente von 24 Maller Korn ein. Die Streitigkeiten der beiden Parteien setzten sich noch bis 1581 fort.

Eine Urkunde vom 13. Juli 1581 nennt hier den Philipp Reichardt Fust von Slromberg als "Gewalthaber seines Vettern Paulus Fusten von Strombergh von des ganzen Stammes Vergleichs über das Mannlehen zu Berweiler".
Im Jahre 1589 erfolgte eine Grenzbegehung zwischen Bärweiler und Meddersheim, die bei einem späteren Gemarkungsstreit zwischen beiden Gemeinden u. a. auch zitiert wurde. Im Stadtarchiv Kirn liegen Auszüge über die Abgaben von 1589 bis 1606 vor, die das Dorf Bärweiler jährlich an die Rentmeisterei in Kyrburg entrichtete.

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